MAK

Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVIII (1983 / Heft 188)

 
 
Literatur- 
Wawner-Muxunelnlunea Dxe BeslecksamrmungmScploßSleyrmn Kunst 
undKuns1hanawerk15(1912)1751 Ehas Narben Uberden Prozeß der 
Zivmsauon. Bem 1969 Dexel Waltev Das Hausgerä! Mmeleuropas 
BraunschweIg1973 BenkerGeltrud Alle Bestecke München 197a (am, 
berAlaln Gebrauchssxlber des 16. bis 19 Jahrhunderts Freiburg 1982 
7 Loflel Gelbguß. versilbert, langer eriii endet in Lowerifigur. Deutsch- 
sprachigeriaum, 15 Jahrhundert L 17cm ÖMAKInv Nr. F843 
a Löffel Silber, lellWßlSe vergoldet, Latlenansatz mll Darstellung der 
Güttin Dlaria und lnschrift auf der Ruckseite wHANS PETER VNDE 
wies. Gnu endet in geflügelter Gmleskbuste Deutschsprachiger 
Flaum, um (600. L 19 crn 
9 LolfeLSilber,StielausDrAhiengedlehLendetin Kugelknaul Deutsch. 
um von. L 18cm ÖMAK lnv w. F897 
io Scherzlüffel. Holz, Griff mit Silberfassurig, lT1 der Laffe plasllsche Dar- 
stellung einer schwarzen Ratte. Deutschsprachiger Raum, Ende 
16. JahrhunderLL 15cm OMAKlnv Nr F869 
10 
 
 
In den erhaltenen Objekten aus dem 15. und 16. Jahr- 
hundert können wir zwei Typen unterscheiden. 
Der eine - über die Mitte des 16, Jahrhunderts hinaus 
kaumzu verfolgenäzeigteinen relativ kurzenGriff, der 
im stumpfen Winkel an die ungefähr gleich lange, sehr 
breite Laffe ansetzt(Abb.1 - 5). Die Löffelgriffe werden 
sehr gerne vollplastisch gestaltet, wobei dem Apostel- 
löffel (Abb. 1) eine besondere Stellung zukommt. Er ist 
ein Patengeschenk mit Bezugnahme auf den Namen 
des Täuflings oder des Paten (Apostelnamen als Zweit- 
namen waren üblich). Eine Variante dieses Typus lindet 
sich in dem vergoldeten Silberiöffel mit der Figur des 
hl. Christophorus und der reichen Gravierung mit der 
Darstellung der Anna Selbdritt in der Laffe (Abb. 2). Der 
französische Löffel aus der ersten Hälfte des 16. Jahr- 
hunderts (Abb. 3). dessen Griff in einer männlichen Her- 
me endet. zeigt den Wandel von religiöser Thematik hin 
zur humanistisch beeinflußten ldeenwelt der Renais- 
sance. 
Der hölzerne Kettenlöffel (Abb. 4), dessen Besonderheit 
in der aus einem Stück geschnitzten 21 gliedrigen Kette 
liegt, ist noch ein spätes Beispiel dieses Loffeltyps, der 
auf den deutschsprachigen-französischen Raum be- 
schränkt bleibt. 
Eine Variante des 16. Jahrhunderts zeigt der Stehlöffel 
aus dem zweiten Viertel mit Wiener Beschauzeichen 
(Abb. 5), bei dem der Laffenansatz als Standfläche aus- 
gebildet ist. 
EinerweitälterenTraditionvielleichtsogarbis indieAn- 
tike zurückreichend, gehört der langstielige Löffel an; 
derdünne Stiel ist ca. doppelt so lange wiedie meist0va- 
le Laffe. Die Griffenden werden ebenfalls plastisch aus- 
gebildet. sei es in Form eines Hufes (Abb. 6) oder auch 
von Tieren, hier etwa eines Löwen (Abb. 7). 
Im Laufe des 18. Jahrhunderts geben vor allem Laffen- 
ansatz wie auch Griffende Gelegenheit zur plastischen 
Gestaltung (Abb. 8). 
Wohl kaum fürdenGebrauchgedacht ist derSilberlbffel 
mit dem extrem dünnen aus Drähten gedrehten Griff, 
der in einem Kugelknauf endet (Abb. 9). 
Dergeschnitzte Scherzlöffel mitderschwarzen Ratte in 
der Laffe (Abb. 10) stellt ein Kuriosum aus der Zeit vor 
1500 dar. Die Silberfassung des Griffes zeigt allerdings 
seine besondere Wertschätzung: vielleicht stammt er 
sogar aus einer Wunder- und Kuriositäterlkammer.
	        
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