Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XXVIII (1983 / Heft 190 und 191)

ich Nefzger

e Fiomidee des

ühklassizismus und

2 Kathedrale in Waitzen

erkungen 1 - 8 (Anm. 5 - B s. Text S. 16)

er vorliegende Aufsatz stellt zum Teil die Fortfuhrung einer ProblemrtersuchungzumTrlurnph-

 und Festgedanken dar. wie eranTrlumphid

 Enreriplorten des ausgehenden Barocks lrn habsburgischen Kulrbeleicrl

 beispielhaft wird: Ulrich Neizger, AETERNAE DOMVI, Stil,

andei und Dauer arri Triumphbogen zu Wailzen, in: alte und moderne

irrst H 16919803.13-19.lr71lOlgenden sind die Verweise auidiein

 Betrag rnit Twabgekurzt Dort sollte insbesondere erhellt werden,

ie nuanciert sich geistig-formale Strukturen des nTrariSitOrISChEnu

rrade an diesen ephemer-perlpheren Dekorationen aussprechen.

e damit wesentlich fur einedriierenzlerte Beurteilung der epochalen

ende im Kunsiverslandnls dieser Zelt sind. Das gilt beispielsweise

rdie nötige Modifizierung einer knappen Feststellung bei Anna Zäilsttiematlscrlweitreichenden

 rProlegomenazueinerlkonologleder

cniieklur um 15001 (in, Acta Hlsiorlae Artiunri Academlae Sclentlam

 Hungarlcae. Bd 24. 1978. S 335), WO sie zu dem im Ansatz nicht

lberechtigten. doch Zu kurZ greifenden Urteil kommt, daß das

iurnphtdr in Waltzen wden üblichen Stil und den gelauiigen Sinn seier

 Zeit nicht uoerschrelletr.

ltspreciiendTW. Anm. 38 soll hier nun die idee des niibrnischen: als

ner eigendlmenslonierten Zeltvorsteiiung und Stilkategorie in der Erhernung

 des Wallzener Domes behandelt werden. Das WiederaufeiiendesTiiumphoogenslstdarieralsEinrührungin

 dieserirkoniplelStilsituation

 zu verstehen, um die damit eng zusammenhängende

instierische Stellung des Domes von Waiizen zu interpretieren Zur

rrrneidung von nicht notwendigen Wiederholungen sei aber besonlrs

 auidie ausführlichen historischen Angaben nebst Literatur im gelnnten

 vorhergegangenen Aufsatz verwiesen. Der Ausdruck nFrtilhassizismusir

 ist hier als Velabledungsbegriii nach Hans Jakob Wörlrs

 Darlegungen wArcnilektur des Fruhklassizismus in Süddeutschtdr

 (Muncrien, Zürich 1979) zu verstehen

ese Ansicht wurde ln TW (wie Anrn. 1), Anm. 36 insbesondere fur die

iglerung Maria rrieresias begrundei. in dem 1981 erschienenen

erk von Fraril Malscne rvDle Kunst im Dienst der Siaaisidee Kaiser

irls Vl K(BEllIl'i)W1rd nunmehr S 316 die Adler-Phoriix-Assimilierung

eliell fur den Vater Maria Trieresias im Sinne einer l-Reparatiminrinullar

 gezeigt Fnrrnale Anregungen des markanten Adlermotivs

WaitZen könnten auch von den mit ihren Klauen Gurrlanden tragenln

 Adlern am Sockel der Trajanssäule ausgegangen sein. Hierbei ist

sbesundere der Umstand bemerkenswert, daß auch Bldndel d Ä,

esen Sockel alseine der llochstenrrlumphldeen in derantikeri Kunst

' seine Porte St -Denls reklamreri hat. Anscheinend nat er auch auf

iem mutmaßlichen Dekorailonsentwurrful die Plorledie römischen

ller sogar dem gallischen Hahn angenahen. Vgl. dazu Woltgang

optel, Triumphbogen in der Architektur des Balocks in Frankreich

d Deutschland, Diss Freiburg 1965, S. 4B und 58 nebst Abb, 42a.

srndiesemZusammennangleprasentatlvesZeugnls derKontinuitat

der Spekulation über die i-nabsburglscrianii Vokale: Zitat aus dem

uruiiii Karl Gusiav l-ieraeus an Karl Vl. zur Geburt des Erzherzogs

oooid 1716. worin der fortwährende Triumph dieser Vokale bis ans

de der Zeiten prognostiziert Wird, Zugleich wird die wUnveränderhkeitll

 des kaiserlichen Eildnlsses gepriesen, das Karl mit Leopold

"tzeugi Ubrigens argumentiert dleSctiaumunZe zur Geburt des Erzrzogsunter

 dem Motto l-AeternltasAugustak und zeigt rote Ewigkeit

s durchiauchllgsten Erz-Hauses durch ein auf der Erd-Kugei sitzens

 Kind, umgeben rnil einigen Wolken, als VOm Himmel herunter geisenw

 (Gedichte und lateinische lnschriften des kaiserlichen

lths . . . Carl Gustav Heraeus. Nürnberg 1721. S. 91-93).

lnaie Wagner-Rieger. Wlens Architektur im 19 Jahrhundert. Wien

7D. S 2st dortubelcanevales frühe TatigkeitlriWaitZen hinaus vor

eri_r_i zusammenfassende wurdigung seiner Bedeutung fur Wien in

r Ara Josephs ll. - Der stets genau informierte Obrisirlolrneisier

iriaTrieresias,FursiKnevenriuiler-Metsch,nenntin seinem Diarlurn

lWartzenerRelseEndeAugust trödalsAusflihlendendes Dombauausdluckllcliden

 Ivdrwenig Jahren aus Franckreicti- gekommenen

ionsleurGannevai. disciple du lameux Sr Servandoniri (Aus der Zeit

iriaThereslas Tagebuch des Fürsten Johann Joseph Khevenhtillerzisch

 1742-1776, hrsg. v, Rudolf Grat Knevenhüller-Meisch und

tnns Schlitter, 8 Bde, Wierl 1907-1972. Bd. 6 (1764-67), Wien,

iplig 1917, Schilderung des Waltzener Aufenthalts S. 54-57).

na Zaddr, Zur Frage der französischen Fievoluilonsarcnitektur in

igarn. In: Actes du XXWCongres international d'Histoire de l'Art Bupest

 1969. Bd. 2, Budapest 1972, S 154.

tgegen der von A. Zador (wie Anm. 5) S 154 vertretenen Ansicht beglich

 des Triurnprltores. Die im vorliegenden Aufsatz (ebenso wie in

l- vgl Anm, iidalgeiegre Auliassung der sriigrevenienz aus dem

nzosiscnen Barockklassizlsmusa ia Blondei a,A. gründet insbesonre

 autden Ausluhrurigen und Vergleiciisbelspleien bei Louis Hauteeur.

 Histoire de (Archiieciule classique en France. Bd 2, Paris

4B, S 163 f. und 422-426 sowie auider materiaireichen und sorgtigen

 Arbeit von Slopiei (wie Anm 2). die bei Zäddr nicht angeiutirt

'd. Bei dem Aufsatz von Susanne Kronblcrller-Skacna rrArcriiiekiur

s Klassizismus in Wietil (in' Üsterr. Zeitschrift fur Kunst und Denkilptlege

 33. 1979) wird das Wiener Augartenportal Canevales von

75 als weine moderne Variante der Pariser PorteSL-Denisir bezeichlis.

 31) Hler ware die vorangegangene entscheidende Transforman

 der Porte am Waitzenel Triumphbogen anzumerken.

dor(wreAnm. 5), S 155. Diese Charakteristik bewänrtsich vor allem

x. Zadors prägnanter oarlegung des spatbarockenAnteilsan der Erneiriung

 des Waitzenei Domes iebd. S. 152-154).

ich Wagner-Flieger (wre Anm. 4), s. 2a. isi Carlevale HfUf Osierreich

r Vermittler der radikalen Baugedanken des FievcluflonsklassllislSli

 gewesen. Entsprechend fassen in ihrem Katalogbeitrag zur Ausillung

 wOsterreicli zur Zeit Kaiser Josephs ll a, Stift Melk 1980, W. G.

tZi und M. Schwarz die Beurteilung Canevaies zusammen Carleva-,waitzener

 siilsiuie kann aber nur als elgenwertlge Formulierung

ter den gunsiigen Möglichkeiten einer Personlidhkeit wie Mlgazzl

d den besonderen umstenden des Neuauibaus In ungarn im Laufe

Nicht als vollendete Triumphvorstellung. die über der

veränderlichen Endlichkeit kulminiert, sondern sich

stets als Terminus der ferneren Ewigkeit erweisend. so

sollte derzu Ehren der Kaiserlich-königlichen Familie im

ungarischen Väc (Waitzenlerbaute Triumphbogen vom

Jahre 1764 die Dauerdes herrscherlichen Hauses versichern.

 Nach den vorübergegangenen Festlichkeiten

sollte die Ehrenprorte als ein Denkmaitor die ewigwährende

 Festigkeit dieses Hauses in Zelt und Raum symbolisieren,



Gedanklich entspricht die stadtseitige Inschrift ilAE-TEFiNAE

 DOMVIiranderAttikaganzdem Sinnrepertoire

barockerTriumphpiortenf Doch dessen Veranschaulichung

 vollzog ein vielfältig beredsamer ailegorischer

Formen- und Bedeutungsapparat, durch dessen ephemere

 Zurüstung gerade die Zeitüberhöhung ihren paradoxen

 Triumph feierte. Von dieser Erfahrung festlicher

Wirklichkeit setzt sich die lapidare Erscheinungsform

dieses Triumphbogens gründlich ab. Seine illuminierung

 war im Grunde eine Denkmalseinweihung, die die

Eröffnung künftiger Erlnnerungszeiten an die herrscherllche

 Gegenwart beleuchtete.

Analog zu dieser clenkmalhaften Dimension stellen die

1 Väc, Kathedrale, Hochaltariresko wMarla bei EllSE

(Magnificatu von Franz Anton Maulbertscri (1770171)

deckt 1774, wiederenldeckt 1934

mentrest in ihren Schnäbeln dünne Guirianden lra

nurdas Relikt einstigertriumphaler Barockrhetorik

Denn als römisches Signum des nAETEFtNAE DO

glimmtdarin die alte imperial-sakrale Erneuerungs

bollkdesAdlers in Durchdringung mit dem Phönlxe

so nachz. wie in der vokalreichen Zeitfüile der

mung noch das alte habsburgische wA.E.l.O.U.rt n

klingt, der Tenorjener nfünf Zlffernir, die als nSelbs

ihres Ruhms, jeder so versteht: Daß ferner biß Ans

Ihr Oesterreich verbleibend.

Wie am Waltzener Bogen diese Triumph-Topoi il

Ausdrucksformen einer anderen Architektursprr

eingegangen sind. erweist eine genauere geistige

stimmung des Entwurfs. Sein Autor, derArchitekt l:

re Canevale, war 1760 wahrscheinlich durch se

Lehrer, den berühmten Giovanni Niccoiö Servant

im Zusammenhang mit den Festdekoralionen zur

rat des Kronprinzen Joseph aus Frankreich nachl

gekommenf Zweifellos hatte der damals erst Dre

jährige während seiner Schulung sich auch mit de

rockklassizlstlschen Archltekturtheorie Frankre

und ihren akademischen Problemstellungen ausei

dergesetzt: ebenso dürfte ihm jene neuentdecktel
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.