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Full text: Alte und Moderne Kunst XXVIII (1983 / Heft 190 und 191)

 
 
irische Bedeutung zu und zwar als eine monumen- 
Umsetzung jener konstruktivistischen Raumästhe- 
lie sich im Turm-Projekt Tatlins eindrucksvoll mani- 
ert. Deshalb überrascht es. daß die ungarischen 
stler diese Arbeit Kieslers so entschieden ablehn- 
wo siedoch darin dieVerwirklichung ihrer Ideale ge- 
rn haben müßlen. Es liegt die Vermutung nahe. daß 
chen Kiesler und Kässak Unstimmigkeiten bestan- 
haben. die ein positives Eingehen auf die neuartige 
iale Konzeption der Raumbühne unmöglich mach- 
iNährend das Projektin derZeitschriftwDe-Stijlrrund 
ideren avantgardistischen Publikationen mehrfach 
zbildet und beschrieben wurde. scheint es in der 
schritt wMAw nicht auf: die Raumbühne fehlt auch in 
ron Kässak aus Anlaß des Musik- und Theaterfestes. 
usgegebenen Sondernummer, deren Bild- und 
beiträge sich vielfach mit dem von Kiesler in der 
ltertechnik-Ausstellung zusammengetragenen 
arial deckt. Auch Hans Tietze, der mit Kiesler zu- 
menarbeitete und der sicherlich zu den besten 
tern der konstruktivistischen Kunst zählte. hat die 
zweifellos gut bekannten ungarischen Künstler in 
es seiner Ausstellungskonzepte einbezogen, Mög- 
erweise begründete seine Verbindung zu Beta Uitz. 
der sich aus ideologischen Gründen von Kassak ge- 
trennt hatte. diese Distanz. Vergleicht man jedoch die 
typographische Gestaltung Kieslers für die Theater- 
technik-Ausstellung mitjenerderZeitschriftwMA-i.dann 
erkennt man. daß die Künstler aus denselben Quellen 
schöpften und daß sie trotz des fehlenden Einverständ- 
nisses zu ähnlichen Ergebnissen gelangt sind (Abb. 20. 
21). 
Während die Ungarn fürdie ersten substanziellen Infor- 
mationen über den russischen Konstruktivismus, die 
holländische i-Neue Gestaltungti aber auch über dadai- 
stische Konzepte verantwortlich waren. so haben Tiet- 
ze und Kiesler durch ihre Ausstellungen und Schriften 
die weitere Auseinandersetzung mit den neuen Kunst- 
formen in Wien entscheidend geprägt. Tietze stellte 
1924 im Rahmen der nGesellschaft zur Förderung mo- 
derner Kunstk in den Räumen der nNeuen Galerieu eine 
Auswahl neuer russischer Kunst vor. in der Werke von 
Kandinsky. Archipenko. Chagall und Lissitzky zu sehen 
waren. Einige Monate späterkonnte das Publikum in der 
erwähnten Secessions-Ausstellung Bilder und Objekte 
von Naum Gabo. Kandinsky, Lissitzky und dem Berliner 
Konstruktivisten Gert Caden sehen (Abb. 1). Gleichzei- 
tig präsentierte Kiesler im Konzerthaus ein noch viel 
22 Oswaid Haerdtl. Architekturausslellung. Wien 1924 
23 Oswald Haerdtl. Raum der Architektur. Kunstgewerbe 
Stellung. Paris 1925 
24 Galerie L'Elfort Moderne. Paris 1923 
25 Erich Leischner. Fahnenmast. Kongreßbad. 1927 (Fn 
spiz S. 35 unten Mitte) 
26 Erich Leischner. Kongreßbad, 1927 
27 Theo van Doesburg. Komposition ll'l Schwarz und Vl 
1918 
2B Erich Leischner. Kongreßpark. 1928 
 
Anmerkungen 46 - 49 
II Der Theurehker FulpoprMiller, Besuch besm Schomerder neuen ; 
scheu Buhne, m Neue Freue Presse vom 24 September 1924. s 
berichtet, daß auf deren drew SEHEN QGSCNIJSSBHCH msQlSChen B 
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Buhnervbnlder und mchl wie im FaHe KIESKNS um (W70 neue Fom 
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buhne m der Wiener Zevlung vom 4.0k10ber1924 und dcn Komrw 
OHO Kbmgs m der Arbewierzewtung vom 27 Septembcv 1924 
" EI USSHZky Rußland Archwlektur fur eine Weilvuvmulwon, Wien 
(Neuausgabe. Berhn 1965) 
" HEHS SEdVTßyY, VENUS! der MIME, FYEWHUYI 1959. S B3 U 
I- Fnedrwchkwesler Maruiest VnaVbau-Haumsladt-FunkhonelleArcr 
m1, m De S!1J1,6.Jg.,Nr.10H1.1924!25,S m u
	        

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