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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XXIX (1984 / Heft 196 und 197)

3 F,A. Sie

Familien

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n der Stadt Wien

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Vlit einem weiteren Thema der Mosesgeschichte

iMosesschlägtWasseraus dem Felsen-i, einem großen

Ölgemälde, gewann er im daraultolgenden Jahr den

Beichelschen Preis in der Höhe von 7 Dukaten. Die

Ausstellung zeigt eine Studienzeichnung zu diesem

Gemälde. das auch im Besitz des Ferdinandeums ist.

Ebenfalls 1837 entstand das schone Familienbild, das

den Domkapellmeister zu St. Stephan, Johann Gänsba-:her

 (Abb), einen gebürtigen Tiroler. der gerne Landseute

 um sich sammelte und forderte. mit seiner Frau

Juliane und den Kindern Karl und Antonie zeigt. lm sel-JenJahrtinden

 wlrStecherauchbereitsinTiroltätig,wo

er eine lmrnaculata für den linken Seitenaltar der HI.-Seist-Kirche

 in Sterzing malte und eine Kreuzabnahme

für den rechten Seitenaltar der Plarrkirche von Gries im

Sellrain. Das dortige Ptarrhaus bewahrt auch ein gleichzeitig

 entstandenes Porträt. das Franz Grat von Wimptlen

 zeigt. Eine glänzende Laufbahn lag vordem hochbegabten

 Maler, Der nun Dreiundzwanzigjährige aber

wählte einen anderen Weg.

Ertrat am 1 0. Mär21838 in Grazinden Orden derGesellschalt

 Jesu ein. der nach seiner Verbotszeit rasch autblühte

 und eine rege Tätigkeit entfaltete. Bald übertrug

man dem Laienbruder das Amt eines pictor : Maler.

Eine überaus reiche Produktion - mit Ausnahme einiger

 Porträts - ausschließlich lür den Ordensbedarl

bestimmt, begann. Am 2. Oktober 1839 wurde er nach

dem Freinberger Turmkloster der Jesuiten nach Linz

gerufen. Erzherzog Maximilian von Österreich-Este

hatte den Jesuiten dort einen Turm der Betestigungsanlage

 überlassen und ihnen dazu eine selbstentworfene

 Kirche erbaut. Der selbst außerordentlich begabte

Erzherzog bezeichnete Stecher als ein iiGenieii. Vor

einiger Zeit war in einer Fernsehsendung, die dem

Erzherzog gewidmet war,das schönebiedermeierliche

Portrat (Abb) zu sehen, das Stecher 1840 von ihm

malte. Es belindet sich im Besitz des Jesuitenkoliegs

Freinberg. Hier in den Jahren seines Aufenthaltes am

Linzer Freinberg land der rastlos tätige Künstler-Laienbruder

 seine persönliche künstlerische Ausdruckssprache

 und schul eine Reihe seiner besten Bilder.

Zweitellos war es für einen jungen Künstler eine einzigartige

 Chance, eine neuerbaute Kirche und ein neugegründetes

 Kolleg mit dem erforderlichen Bildschmuck

zu versehen. Neben Meisterwerken entstanden auch

Bilder geringerer Qualität, die nur für den tluchtigen

Gebrauch zu Narnensfesten von Ordensgeistlichen

bestimmtwaren. Neben einer Fleihegroßformatiger Bilder

 tür die Ordenskirche am Freinberg waren besonders

 zu erwähnen das farblich überaus reizvolle Altarbildlürdie

 St.-Stanislaus-Kostka-Kapelle(Abb.)in

und das herrliche Bild Vision des hl, Alphons Rodi

(Abb.)inderOberen Sakristei der lnnsbruckerJes

kirche, beide im Jahre 1840 entstanden. Auf le

nanntem Visidnsbild ist es Stecher gelungen, in r

mentaler Form darzustellen, was ihm gemäß der

tianischen Betrachtungsspiritualität als Anl

christlicher Kunst verpllichtend zu sein schien: E

lung in das Thema und vorbildhalte Ausdeutun

Dargestellten in der Absicht, den Betrachter si

gelühlsmäßig als auch gedanklich in das Bildge

hen einzubeziehen. Die in einen prachtvoll goldge:

ten Mantel gehüllte Madonna schwebt. das Kir

dem Arm, umstrahlt von Licht. in die ärmliche Ka

des Heiligen. Die makellose, puppenhatt glatte S

heilihresGesichteswiIlausdrückemdaßsieunve

bar ist und vorn Griffel der Vergänglichkeit nict

sehrt werden kann. Im Gegensatz dazu sind de

männergesicht des ihr zu Füßen knienden Vision:

Spuren leidvollen Daseins in naturalistischer Der

keit eingegraben. Himmlische und irdische Sphär

damit in ihrer Verschiedenheit eindeutig chari

siert, ebenso wie das gläubige Aulblicken des He

zur Gottesrnutter den Betrachter vorbildhatt ai

chenwill. Das Tagebuch der FreinbergerOrdensn
            
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