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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XXIX (1984 / Heft 195)

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Iliesenfachverbande statt Schon 1984 feierte das Museum

jemeinsam mit den Wiener Hafnern deren 700-Jahr-Jubiläum.

Nie damals stellte auch heuer das Museum Ausstellungen vor:

Mittelalterliche KeramikIBodentunderr -

rKamine und Öfen in ornamentalen Vorlageblättern von der

Renaissance bis zum Historismusi -

rJugendstilkeramik der Fachschulen Teplitz, Bechyn und

Inaimw -

Auswahlder schönsten Fliesen: (für angemeldeteGruppen) -

Ausstellung der prämierten Arbeiten des Wettbewerbs

Moderne Keramikw (geöffnet bis 1. Juli).

m Rahmen eines Festaktes eröffnete Bundespräsident Dr.

ludolf Kirchschläger die Hafner-Festtage. OR Prof, akad.

testaurator Mag, Ludwig Neustifter begrüßte die Festveriammlung

 als derzeitiger Leiterdes Hauses und unterstrich die

Bedeutung des gemeinsamen Vorhabens von Institution und

nnung. Bundesminister für Unterricht und Kunst, Dr. Helmuth

iilk. überreichte den Siegern des Wettbewerbes r-Moderne

{eramiku die Preise. Ziel des Wettbewerbes war - er wurde

"on der Landesinnung Wien der Hafner ausgeschrieben -

ieue Kacheltormen und neue Kachelofenformen zu finden. 50

[eramikeraus ganz Österreich beteiligten sich mit 100 Entwüren

 (siehe abgebildete Arbeiten). Aus den Begründungen und

uryentschlüssen geht hervor. daß die jungen Hafner, unter

tnen die Preisträger, in Entwurf, Entwicklung wie auch in Ausührung.

 im Technischen und Ästhetischen, bereit sind, unkonentionelle

 Wege zu gehen. Einfachheit der Kachel oder des

)fens in den Grundformen. Variabilität der Elemente und eine

terkbare Hinwendung zu architektonischen Formen ist spürrar.

 Assoziative Anklänge an Fremdformen oder vegetabilichen

 Formen, die zur lreien Kunst tendieren, scheinen gute

eue gestalterische Wege für die Zukunft zu eröffnen.

u den Ausstellungen des Museums:

Mittelalterliche KeramiklBodenfunderr - OR Prof. Mag, Ludiig

 Neustifter bezweckte mit der Auswahl aus Beständen des

luseums die Frühzeit des Wiener Halnerhandwerks umfasendzu

 dokumentieren. Die 1953aus derSammlung Karl Mossrrerworbenen

 ca. 250 Objekte, 100Gefaße und etwa 1 50 Fragiente

 umfassen 147 lntenvarnummern. Hauptanteil an den

undorten hat Wien, gefolgt von Niederösterreich, Oberösterzich,

 Kärnten, Burgenland sowie außer Landes die CSSFl und

elgien. 40 lnventarnummern sind ohne Fundort. Ein reiches

ormenrepertoire mit topferischen Meisterleistungen des

5. Jahrhunderts kennzeichnet diese Ausstellung, mit der ein

richtiger Beitrag zur Entwicklung des Wiener Hafnerhandweres

 sichtbar gemacht werden sollte.

(amine und Öfen in ornamentalen Vorlageblättern von der

enaissance bis zum Historismusrx - OR Dr. Hanna Egger

estaltete aus den reichen Beständen der OrnamentstichammlungderBibliothekdieseAusstellungimeigenen

 Bereich.

rsprünge weisen auf erste plangezeichnete Kachelöfen im

t. Gallener Kloster hin. Erste bildnerische Darstellungen von

achelöfen tauchen im 14. Jahrhundert auf, zugleich mit den

rsten dekorativen Kacheln. Die Erfindung der druckgraphi-:hen

 Techniken im 15. und 16. Jahrhundert ermöglichte die

ichtige Herstellung künstlerischer Vorlagen. Holzschnitt.

upferstich - hier besonders vorbildhafte Blätter von Meister

. S. - und Radierung bewirkten die Verbreitung solcher Vorlaen.

 Späterhin wichtigste Quellen waren die Vorlagenwerke.

erühmteStechenwie Pautre,Beraind.Ä.lParis.J.J.Schüblerl

ürnberg. G. B. PiranesilMestre. Flom. und J.B. Hagenauerl

traß. Wien. sind hier tragend. In einzelne Serien gegliedert,

ollen diese Vorlagewerke die Einheitlichkeit des alle Gegenände

 beherrschenden Ornaments aufzeigen. Die Handwerzr,

 in unserem Fall die Hafner, aber auch das übrige Kunstgeerbe

 waren ohne diese Vorlageblätter nicht denkbar. Dr. ln-'id

 KastelsiehtinnerhalbdieserAusstellungvonVorlageniiDie

fenentwürle der Familie Erndt als Beispiel fürdie Wiener Hafarkunst

 im 19. Jahrhundertw an. Stellt diese für ihre Entwickng

 vom Empire bis zum Historismus als bezeichnend heraus.

ranz Erndt sen. der Begründer, wirkte ab 1830 für das Österiichische

 Kaiserhaus. Er führte zahlreiche Arbeiten aus und

erMonarchverliehihmt850denTiteleinesk.k.Hofhafnermeiers.

 War lange Zeit hindurch die Arbeit an Öfen und Ofenforen

 künstlerisch ausgerichtet und inspiriert, so änderte sich

as dann, als man mit der industriellen Fabrikation von Öfen

zgann. Das Handwerk des Hafners verkümmerte. erreichte

it dem Jugendstil noch einmal eine Blütezeit, an dem hatte die

afnerfamilie Erndt jedoch keinen Anteil mehr,

lugendstilkeramik aus den Fachschulen Teplitz, Bechyn und

iaimu - OR Dr. Waltraud Neuwirth kann mit ihrem Beitrag

im 750-Jahr-Jubiläum der Wiener Hafner eine besonders

chte Auswahl des Bestandes österreichischer Keramik der

ihrhundertwendeausdemMuseumbeisteuern.AlsderenVorufer

 kann die 1974 veranstaltete Ausstellung i-Österreichi-:he

 Keramik des Jugendstilsii mit 312 Objekten gelten. Vom

iinerzeitigen Österreichischen Museum für Kunst und Indu-







vom Österreichischen Museum für Kunst und Industrie. brachten

 vorbildhafte Keramiken des Auslandes in die Kronlander.

Vorlagenwerke. die gediegene künstlerischeAusbildung an den

Fachschulen, von hervorragenden Lehrern getragen. führten

eine Blüte der Jugendstllkeramik herbei.

Im Verlauf der Tagung konnte man immer wieder reges Interesse

 für die Prunkstücke des Museums, die Kachelöfen, registrieren.

 lhre handwerkliche Gediegenheit und ihr hoher künstlerischer

 Gestaltungsgrad erregten mit Recht das Staunen der

Hafner von heute. Senioren undJunioren sahen in ihnen vorzugliche

 Vorbilder einer Vergangenheit. die hier in Musterbeispielen

 allerersten Ranges von der traditionsreichen Zunft der Hafner

 zeugten. (AlleAusstellungen noch bis 2.9.1984 zugänglich.)

Abbildung und Emotion - Österreichischer

Realismus 1914 -1944

Gemeinsam mit der Hochschule für angewandte Kunst

Diese Ausstellung kann, in anderer Form. an die seinerzeitigen

großen Ausstellungen des Kulturamtes anknüpfen, die den

Bahnbrechern der Moderne. wie Munch. Gauguin. Van Gogh.

Picasso. Toulouse Lautrec u. a., gewidmet war. Der Bogen dieser

 Ausstellung reicht von wKrieg zu Kriege, 1914 e 1944. und

umfaßl ca. 210 Werke von 100 Künstlern. Eines der stärksten

Kapitel österreichischer Kunstgeschichte entrotlt sich mit großen

 und größten, bekannten und last vergessenen Namen

österreichischer Maler. Oswald Oberhuber, spiritus rector der

ansprechenden Schau.will mit ihr-derzeitlauftsie im Bregenzer

 Festspielbezirk - eine mögliche neue Definition des österreichischen

 Realismus erarbeiten. Die konzentrierte Auswahl

steht ausnahmslos unter dem Aspekt der Gegenständlichkeit:

Porträts, Akte (Hauptanteil). Landschaften, Genre. Stilleben.

lnterieurs sowie religiöse. mythologische oder allegorische

Werke. Arbeitswelt und Technik, Gesellschaftskritisches, Ist

kaum spürbardaraus.Auch Nachkriegselend,Wirtschaftsnote.

Bürgerkrieg 1934, nicht. Man kann die Ausstellung als einen

sehr dichten, gemeinsamenAuftritt von vielen Künstlern sehen.

unter denen die großen wie Klimt. Schiele, Kokoschka. Boeckl

u. a. herausragen. Gerade letztere reussieren international

ungemein, in Verein mit den hier gezeigten bleiben sie im Kollektiv

 verborgen. Denn große Ausstellungen in Berlin und Paris ließen

 dieses Kapitel österreichischer Malerei eher unbeachtet.

Oswald Oberhuber hat mit dieserAusstellung in einem äußerst

verdienstvollen Alleingang einen wichtigen Anfang gesetzt. Er

will, daß mit wAbbild und Emotion-i eine Lücke im Bereich dieses

Kapitels österreichischer Kunst geschlossen wird.

nZinn des Barocku

Außenstelle Schloßmuseum Riegersburg

WaldviertellNiederösterreich

Die Außenstellen aller Museen versuchen durch Aktivitäten zu

sog. wKunstfahrten ins Grüner zu animieren. Das Schloßmuseum

 Ftiegersburg, Außenstelle des Hauses. lädt heuer mit der

Ausstellung wZinn des Barockir besonders ein. Mancher Besucher

 wird durch die Fassade des Schlosses Riegersburg vielleicht

 an die des Belvedere in Wien erinnert. Umjeglichen Zweifel

 auszulbschen. sollte man darauf hinweisen, daß der bis in

jüngere Zeit vielfach Joseph Emanuel Fischer von Erlach zugeschriebene

 Bau heute eindeutig als das Werk des Architekten

Franz Anton Pilgram (1699 - 1761) erkannt wurde. Das prächtige

 Stiegenhaus führt zu den schonen Schloßräumen, die mit

den vom Museum eingerichteten lnterieurs aus der Zeit bestechen.

 Dr. Johannes Wieninger setzt als Neuheit iiZinn des

Barocku hinzu. Die Ausstellung ist nach typologischen

Gesichtspunkten geordnet in: Humpen - Kannen - KrügelFlaschert

 (Schüsseln - Platten - TellerIZinn nach Silberanl LiturgischeGeräte

 und Kerzenleuchter. Kuplerstiche aus dem Buch

von F. Salmon wDie Zinngießerkunstn, Berlin 1795. veranschaulichen

 in einzelnen Phasen die Herstellung von Zinn. Zinn ist als

Material undvon der Form her von allen Bevölkerungsschichten

gerne verwendet worden und äußerst geschätzt, Somit steht

der Besucher vor einer ansprechenden Präsentation eines der

interessantesten Zweige des barocken Kunsthandwerkes. Im

nächsten Heftwird eine Miszelle das Kapitel i-Zinn nach Silberarta

 eingehend behandeln. l. netopil

1 Aus dem Wettbewerb moderne Keramik:

1. Preis Frank Geifke. Llnz

2 Sonderpreis des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst, Martin

Rauch, Wien

a a. Preis Wolfgang Haipl und Gerhard Heumer, Wien

4 Anerkennung, Maria Pisa, lMen

5 Anerkennung, Elmar Fedl. Graz

6 Anerkennung, Helga Eschlbock, Linl

1 Anerkennung, Barbara Reisingsr, Salzburg

B Sergius Pauser. vBlldnis meiner FrautAnny Peuser)-, 1926

Q Otto Rudolf Schatz, rDie Mondfrauem, l925

10 Lols Pregartbeuer, Maroltingergasse. Wien. um 1930

11 Außenstelle Schloßmuseum Riegarsburg, i-Zlnn des Barocke. ZiertellertKronungsteller).

 Nürnberg, um 1650. Meister HansSpatz ll. Kaiser

Ferdinand lll. und 6 Kurfürsten. Dm. 19 crn. ÖMAK lnv.-Nr. Zi 104

55
            
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