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Full text: Alte und Moderne Kunst XXX (1985 / Heft 200)

8 Titelblatt mit Stifterbild aus dem 
Gesamt-Urban 2. Band, Darstel- 
lung der Gründungslegende des 
SlilteS, um 1513. Stiftsarchiv 
Klosterneuburg, Gb 1I1b 
stammt als jene im ersten Band, Das eigentliche Bild 
zeigt größere Übereinstimmung, obgleich etwa in der 
Gestalt der Gottesmutter im zweiten Band eine gröbere 
Technik nicht zu übersehen ist. Dargestellt ist die Grün- 
dungslegende des Stiftes. Links oben erblickt man. 
topographisch getreu, die Burg auf dem Leopoldsberg. 
Das Markgrafenpaar steht am Fenster. der Schleier 
fliegt eben heraus. Im Vordergrund ist die Jagd des 
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Markgrafen zu sehen. eine Meute von Hunden und ein 
hornbiasender Reiter. Markgraf Leopold ist vom Pferd 
gestiegen und kniet vor dem kleinen Bäumchen nieder. 
auf welchem der Schleier seiner Gattin hängt. Im Him- 
mel erscheint wieder die Muttergottes mit dem Kind. 
Obwohl dieses Bild an Feinheit der Technik das Titel- 
blatt des ersten Bandes nicht erreicht. besticht es doch 
durch die frische Naturauffassung. 
Mit diesem Spätwerk endetdie gotische Buchmalerei in 
Klosterneuburg. Bald endete 7 wie in allen anderen 
Klöstern Österreichs - jegliche künstlerische Betäti- 
gung. denn die religiösen Wirren der Retormationszeit 
waren der Kunst nicht förderlich. Als dann in den Klo- 
stern nach dem Sieg der Gegenreformation ein neuer 
künstlerischer Aufschwung begann, geschah er unter 
völlig neuen Voraussetzungen.
	        
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