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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XXV (1980 / Heft 172 und 173)

destens zwei) Reihen zusammenhängender

a, die durch Zwischenwangen voneinander gent

 sind; die Sitzbretter sind dabei beweglich

eordnet, sodaß man im Chorgestühi sitzen,

en oder knieen kann.

h hinten sind die Chorgestuhie oft mit einem

saietr abgeschlossen, das mit den Baldachiüber

 den Sitzen, mit Wimpergen und Genge

 beträchtliche Höhen aufweisen kann. im

igen Sprachgebrauch ist das Dorsaie die

st hölzerne) Rückwand des Chorgestühis,

rend im mittelalterlichen Sprachgebrauch

zale die Bezeichnung von Textilien war, die als

ätnge im Chorgestühl dienten? Bisweilen köndie

 Dorsalien aus Stein sein! besonders dort,

le mit den Chorschranken zu einer Einheit verwsen,

 was in Frankreich öfter der Fall ist. Selbdige

 Pontifikaisitze gab es in den Chorgelen

 des Mittelalters äußerst selten, sie waren

immer in das Chorgesttihl einbezogen. im Köl-Jomgestühi

 waren sogar dem Kaiser und dem

Papst eigene Plätze innerhalb des Gestühls zugedacht,

 an der Nordseite (nlatus papaelr!) war der

Sitz des Papstes mit einer Statue des Papstes Silvester,

 gegenüber der Platz des Kaisers' mit einer

Statue des Kaisers Konstantin geschmückt."

Entsprechend seiner liturgischen und räumlichen

Bedeutung ist der bildnerische Schmuck des Gesttlhis

 an Wangen, Wimpergfeidem und Dorsalien

stets besonders reich ausgebildet. (Bei Gestuhien

wie dem der Stiftskirche Berchtesgaden", wo die

Dorsalien nur einfache Maßwerkfeider zieren, ist

stets an die Möglichkeit textiler Behänge zu denken.)

 Der Inhalt dieser meist in Relief, mitunter

auch in voiipiastlschen Figuren gegebenen Darstellungen

 umfaßt in der Regel - ähnlich wie bei

den großen Zyklen der Portalskulptur - Szenen

aus dem Alten und dem Neuen Testament In typologischen

 Beziehungen, Propheten, Apostel.

Evangelisten, Kirchenvater und besonders verehrte

 Heilige der jeweiligen Kirche.

Zu den spätmitteialteriichen Objekten, welche

nachweislich oder vermutlich aus dem 1598

1602 abgebrochenen alten Salzburger Dom st.

men, gehört die mit Reliefs verzierte Eichenhol.

re vom Westportai der Kapuzinerkiosterkircht

Salzburg, die heute aus konservatorischen Gl

den im inneren des Gebäudes aufbewahrt wir

Die Kapuziner waren von Erzbischof Wolf Dietl

von Raitenau 1594 nach Salzburg berufen worc

im Giebel der 1602 geweihten Klosterkirche st

sein Wappen. Bei solcher Zuwendung durch t

Erzbischof und bei der mehrfach nachweisba

Tatsache, daB Kunstwerke aus dem alten D

während dessen Abbruchs in verschiedene i

ster verschenkt wurden, bleibt die oben geäußt

Überlieferung der Herkunft der Türe durchaus

Bereich der historisch gegebenen Möglichkeit

Vinzenz Maria Süß", Wilhelm Finder", Hans

misch" und Albin Fiohrmoser" hatten sich

dieser Türe, mit ihrer erstmals von Fiamisch ri

tig gelesenen Datierung 1450 auf einem der

iiefs und mit der Merkwürdigkeit, ja Unmogiichl



aizburg. Kapuzinerkiosterkirche, Detail von den Türilgein

 des Hauptportals, Petrus, Eiohenhoiz, ungelBt,

 42 x 61 cm; 1450.

erkungen1-14

: Österreichische Kunsttcpograpnie

.K _ Mitteilungen der Gesallsctiall lClr Salzburger Landesrtin

 Schmld, Artikel wChorlterrrttt, in: Lexikon für Theologie

i Kirche, 2. Auiiage, 2, tesa, Sp. 1083-1088.

ris Widmarln, Geschichte Saizburgs, 3 Bde, Gotha 1907, hier

. 257.

Geschichte des Breviers vgl. Josel Pascher in: Lexikon lür

roiogie und Kirche, 2. Auflage, ll, 1958, Sp. 679-684.

rtin Urban, Artikel l-Chorgestühltt, in: Reallexlkon zur Deutiöri

 Kunstgeschichte, lll, 1954, Sp. 513-534.

i'lS Martin von Ertfa, Artikel trDorsaie-r, ebenda, IV, 1953.

352- 354.

n steinernen Chorgesturii des Meisters Mateo in sanrlagu

CDITlpOstSla vgL: Manuei Chsmoso Lamas, Excavaciones arzologicas

 an Galicia, in: Bettes ArleS, 2, 1971, S. 45749.

4 Salzburg, Kapuzinerklosterkirche, Detail von den '

fiügeiri des Hauptportais, Johannes der Täufer,

chenholz, ungeiaßt, 42 x 61 cm; 1450.

5 Salzburg, Kapuzinerklosterkirche, Gesamtansicht

Türfltigel des Hauptportais.

r Vor Jeder Kaiserkrönung in Rom wurde der Kaiser bei der B4

Blmg durch die Kapltuiarkanoniker von St. Peter als t-canor

et frater-t in ihr Kapitel aufgenommen; azu: Eduard Elciirr

Die Kaiserkrönung lm Abendland, 2 Bd .. Würzburg 1942, r

S. 280 und 314.

' Urban wie Anm, 4, hier Sp. 525.

- Franz Martin, Berchtesgaden, Die Fürstproptitel der reguiii

gnbrnerrn (1102 -1ens), Augsburg 192a, Abb. 2a.

1-1 OKT, s, 1912, s. 177-175.

" Vinzenz Maria Still, Eine mittelalterliche Klrcheritüre In

burg, in: Mitteilungen der k. k. Ceritiaicommission .... 1.

S. 42- 43.

lt Wilhelm Finder, Die deutsche Plastik vom ausgehenden M

alter bis zum Ende der Renaissance (: Handbuch der Kt

Wissenschaft), Potsdam 1929, 2 Bde, hier li, 1929, S. 293.

11 Hans Hamlsch. Zur Salzburger Holzplastlk im zweiten D

des 15. Jahrhunderts. in: MGSLK, 1D4,1964, S. 1 hßß, hier



bis 32 und s. so - s1.

H Albin RUhrmDSer in: Katalog der Ausstellung t-Snätgotik in

burg - Plastik und Kunstgewsrbeu, Salzburg 191a. hier Kai

nummern 131-146 auf s. 114-115.
            
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