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Full text: Alte und Moderne Kunst XXV (1980 / Heft 172 und 173)

Josef Zenzmaier 
 
Josef Zenzmaier arbeitet seit Jahrzehnten 
Salzburg, im heimatlichen Kuchl. Seit den fl 
Arbeiten, wie der Marmorkanzel in der Pfarrl- 
von Golling, haben zahlreiche seiner Skulp 
Beachtung und Anerkennung gefunden. Mar 
ke nur an den monumentalen Fleliefzykll 
Schßttdorf, an die Aussegnungshalle in Salz 
Maxglan, an Tor und Leuchter in der Kirch 
Thiersee, an den Brunnen in Kuchl und viele 
dere mehr. 
Zenzmaier gehört nicht zu jenen, die alle h 
Jahre ihre Produktion mit einer Präsent 
nachweisen wollen und meistens damit schc 
ginnen, wenn sie sich noch nicht einmal au 
geistigen Abhängigkeit von einem Vorbild g 
haben. Zenzmaier ist einer der seltenen Still 
Lande, denen kunst- und gesellschaftspolit 
Mätzchen ebenso zuwider sind wie überzüch 
Vernissage-Getue. 
Zenzmaier hat eine tiefe Achtung vor dem r 
rial, aus dem er seine Werke formt. Marmor 
Holz werden von ihm nrichtigu verwendet, be 
trätbüsten ist er mit der zarten Weichhei 
Bleis vertraut, und die Kraft der Bronze is 
schließlich adäquates Ausdrucksmittel gewc 
Zenzmaier hat in der wohl schwierigsten bild 
rischen Technik, dem Treiben von Metallble 
Hervorragendes geleistet, er ist aber vom M 
guß in der "verlorenen Forma so fasziniert, d 
sich vor einigen Jahren neben seinem Ateliel 
Gießhßtte eingerichtet hat und seitdem alle 
Bronzeskulpturen selbst gießt. 
Zenzmaier beherrscht das sakrale Thema gl 
so wie das profane - christliche Kunst sei 
was nur zu oft übersehen wird, primär die ß 
senheit der Kunst voraus. Die katholische K 
der vergangenen hundert Jahre hat zwar mar 
christliche Bild dem Devotionalienkitsch pre 
geben; man möge aber bedenken, daß es l 
fast ausschließlich nur mehr diese kathol 
Kirche ist, die als Auftraggeber für Werke dt 
denden Kunst noch monumental denken l 
Nicht zuletzt deshalb trennen Welten Zenzm 
"Heiligen Virgilrr im Bildungshaus der Erzdit 
Salzburg von mancher künstlerischen Notl 
die auf Grund des Proporzes an öffentlichen 
ten verrichtet wurde. 
Zenzmaier sucht in der Plastik das Menschel 
nicht die Naturform. Er weiß, wie sehr sicl 
dingt durch die Erfahrungen zweier Weltkl 
dieses Menschenbild seit den Klassizismer 
späten Historismus verändert hat. Er kanl 
symbolisches Beiwerk verzichten, er brauch 
ne "Altflbüleu, um einen Heiligen darzustr 
Deshalb wohl sah er sich in keiner einzigen St 
de seines Schaffens genötigt, die Grenze zu 
schreiten und Abschied vorn Menschenbil 
nehmen. Wenn manche Details seiner Skulp 
einem oberflächlich Schauenden in ihrem Ski 
haften, in ihrem absichtlichen nHOFI finitorr al 
gativumerscheinen könnten, so zählt doch d 
Nicht-Endgültige seit Jahrhunderten zu den 
mitteln aller der Künstler, die den Betrachter 
Arbeiten dazu anregen wollen, Zwiesprachl 
dem Werk zu halten. 
Zenzmaier sieht sich jenem wahren Abenr 
verpflichtet, dessen Gesetz Wandlung heißt 
Heilige im Sinne des Augustinus als das rrU 
gepaßte" und der Mensch in aller seiner Ge 
keit, plastisches Bilden als Verkörperung vor 
terie im Raum und damit als Veränderung vor 
terie, das sind die Fixpunkte des Schaffen: 
Josef Zenzmaier. Franz Wz 
t rrHi. Vrrgrlrl, 1977. Bronze. 280 cm, Bildungshaus der Erzd 
Salzburg 
-Ladyu, rasa. Blei 
,4 rrDelarls aus dem Abendmahle 1mm. 1) 
Gleßhlltte von Josal Zenzmaier in Kuchi bei Salzburg 
Josef Zenzmaier 
"Kreuzlandschaltlr, 1970. Bronze, 170 em, Schulschwesle 
Salzburg 
llearmnerzlqkerrll, 1979 Bronze, 2 Felder e 130 x 130 cm, 
pelle rur Behinderte, Bleleleldlßethel 
"Abendmahl", rasa. Holz, 290 x eoo cm, Ptarrkirche zell. 
seelSchutldorl 
4D m srmurwm
	        

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