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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst IX (1964 / Heft 72)

2-7 Rundsidlt der Schöne

n Madonna von Mariapfarx i:



Beubreibung der Figur

Die Schöne Madonna von Pfarr im Lungau (100 cm hoch) steht vollrund

und in reicher Mantelfülle vor uns (Abb. 1-7). Im rechten Arm hält sie

das - nur mehr in den unteren Teilen erhaltene - Kind. Eng liegt der

rechte Arm am Körper, den Mantel festklemmend, dessen geknickte Falten

wie ein steinerner Faltenstrauß nach oben stehen, während die Mantelenden

als reiches Röhrenbündel nach unten fallen. Anders als bei dem sonst in

Salzburg üblichen Schema trägt die Figur das Kind auf der Seite des Spielbeines.

 Dadurch entsteht die beiderseitige Ausladung und die mächtige

Faltenfülle. Dennoch bleibt jede Bewegung des Körpers klar sichtbar.

Der Mantel liegt vorne mit ungewöhnlicher Straifheit und Spannung

auf. Zweifach geteilt hängt die Hauptschüssel weniger stark durch

als bei anderen Schönen Vadonnen. Die Rückseite wird von einer

großen Ordnung vertikal hängender Faltengrate gebildet, das Tuch liegt

glatt darüber. Der Faltenaufstoß ist von größter Phantasie und bildet doppelte

 liegende Trichter. Das Gesicht ist von auffallender Ruhe, die Züge

voll und rund, das Profil zeigt einen klassischen Idealtypus. Leicht biegt

sich das vorgestellte rechte Bein und gibt den Eindruck majestätischen

Heranschvrebens.

Es fehlen die obere Hälfte des Oberkörpers des Kindes, die rechte Vorhand

und die ganze linke Hand der Madonna. In den witteningsgeschützten

Faltentiefen finden sich noch Reste der alten Fassung, blaues Mantelfutter

und Rot des Kleides. Befestigungslöcher am Hals und vordersten Kronenteil

 weisen auf früheren Schmuck hin. Das Material ist Salzburger Kunst-..

 m: nur n- .-





Zustandes, in dem sie sich bis 1963 befand, nicht erkannt werden

schichte ihrer Auffindung und Wiederherstellung ist eine Kette g

Umstände.

Im Jahre 1920 fanden kunstliebende Salzburger im Gebiet des Pfar

von Mariapfarr im Lungau unweit des Ufers der Taurach zu Ff

vom Sturme geknickten Wegekreuzes die Steinmadonna (Abb. S;

vorn Podest gestürzt. Der Kopf und mehrere Sehulrerteile w:

Rumpfe gebrochen. Außerdem waren die Krone und verschieden

teile abgebrochen. Die Finder erwarben die Figur und brachten

Salzburg, wo sie wieder zusammengestellt wurde. Teile, deren Ar

besonders schwierig schien, wie die wichtige Faltengabel oberhalb x

wurden in einer Schachtel aufgehoben, andere kleinere Teile 1

Fundort, der als Pferdeweidc diente, liegengeblieben. S0 war r

sorisch zusammengestellte Figur, von der wesentliche Teile fel

deren Kopf mit einer dicken Gipsschicht unrichtig befestigt war, r

in ihrer hohen Qualität faßbar. Auf der Ausstellung „Salzburgs

Kunst" im Jahre 19383 war sie unter den bedeutendsten Salzburge

ausgestellt und wurde sehr beachtet. Ihre Wirkung war jedoch 1

Fehlstellen gestört.

Erst nach einem Besitzwechsel wurde 1963 in München die V

stellung durchgeführt. Der Münchener Bildhauer und Restaurator

Böhm hat dabei eine bedeutende Leistung vollbracht. Der Kopl

Sehulterteile wurden abgenommen und nach Entfernung der

Gipsschichten Fuge auf Fuge neu angepaßt. Die glücklicherw:

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