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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst IX (1964 / Heft 72)

ke gefunden werden, die die Wiederherstellung der Figur ohne

lrgänzung ermöglicht haben. Die Gesetzmäßigkeit der Draperie

s- die Arbeit sehr. Die gefundenen drei Kronenteile ermöglichten

ranbringung der Krone, wobei die Fehlstellen sichtbar eingesetzt

Zwischen den beim Sturz abgeplatzten und wieder befestigten

iltenteilen ergaben sich schmale Lücken, die überbrückt wurden.

ge größere Fehlstelle mußte die rechte senkrechte Außenkante

(t)s)chüssel in einer Länge von etwa Z5 cm aufgel-irstet werden

um der Bruchstellen, des Materials und der Oberfläche und die

g eines zur Schließung geeigneten Materials ergaben wichtige

sse zur Technologie des Steingusses. Dadurch werden bisher

1esen9 widerlegt. Siehe dazu den anschließenden Beitrag des Vergleichen

 Heft. Die auf weiten Teilen der Figur erhaltene Gußhaut

aß sie in der in Salzburg um 1400 üblichen komplizierten Technik

s in der verlorenen Form hergestellt worden ist.

7er Figur

herte Fundort an der Taurach gehörte zum Pfarrsprengcl Maria-:

 „ecclesia parrochialis beatae virginis Mariae in Pfarr"l9 ist eine

g des 9. Jahrhunderts und die Mutterkirche des Lungausll. Hier

hen den beiden Hauptpässen der „Pfafiengasse" ein altes Zentrum

nverehrung für die Ostalpen. Erst seit 1900 versiegten die Pilgereit

 die heute im Hauptaltar sichtbare hölzerne Madonnenstatue

gewohnten Prunkgewändcr aufgestellt wurde. Es hieß, man habe

enbild vertauscht". Tatsächlich ist es sicher, daß die ursprünglich

'e Madonna von Pfarr ausgetauscht worden ist. Der Zeitpunkt

„Saalbuch". Es wurde auch die Kirche schwer beschädigt. Der Lungauci

Heimatforscher Ignaz von Kürsinger sah die Kirche und die Schätze dc1

Pfarrarchivs noch kurz vor dem Brande 1850. Er berichtete darüber ir

seinem 1853 erschienenen Werk". Die Gnadenstatue „Maria Trost" sal

er noch inmitten des - 1860 verbrannten H barocken Hochaltares. E1

beschreibt sie nicht näher. Sicherlich hat er sie bekleidet mit den üblicher

reichen Prunkgewändern, mit großen vergoldeten Blcchkronen gesehen

wobei kaum mehr als die Gesichter der Statue sichtbar waren. Es ist dahe"

ungcwiß, ob Kürsinger damals schon die heute aufgestellte Holzligur ge

sehen hat oder noch ihre Vorgängerin.

Dem Betrachter der heutigen Holzmadonna des Hochaltares (Abb. 11) fäll

auß daß die neugefaßte Figur keineswegs eine bestimmte Stilepochc de

15. Jahrhunderts in reiner Form repräsentiert. Das Gesicht des Kindes, seini

Beinstellung und die rechte Hand der Madonna entsprechen dem Stil un

1400. Das schlaffe stillose Schamtuch des Kindes ist im 15. Jahrhunder

nicht üblich. Der Mantel der Madonna und die reiche Ausstattung de

Komposition mit Engeln sind im Stile der Nachfolge Michael Pachers ge

halten. Der Faltenaufstoß ist auffallend teigig. In ihrem uneinheitliche:

Stil und ihrer „neuen" Fassung macht die Figur den Eindruck des Nach

empfundenen und künstlich Angereichertcn. Wäre die Figur tatsächlich

wie bis heute angenommen wird, um 1500 zu datieren, dann wäre der Aus

tausch schon damals erfolgt. Der Verfasser hat jedoch Holz und Fassun]

der Figur genau untersuchtlh und keine Spuren eines höheren Alters al

maximal 100 Jahre finden können. Die Materialuntersuchung bekräftig

die aus dem Stil begründeten Zweifel. Die Figur ist eine qualitätvolle neu

gotische Arbeit des späteren 19. Jahrhunderts. Vielleicht wurde sie schm

nach dem Brande von 1860 hergestellt, um die beschädigte Vorgängeri:

zu ersetzen. Wahrscheinlich wurde sie jedoch im Zuge der 1871 beginnende
            
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