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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst IX (1964 / Heft 72)


n Pfarrarchiv sah Kürsinger 1850 zahlreiche Ablaßbriefe, er beschreibt

is jedoch ausführlicher nur die beiden reichen und auffälligen Stiftungen,

e das Saalbueh verzeichnete. Sie sind beide aus der ersten Hälfte des 15. Jahrinderts.

 Die erste bezieht sich auf die kleine, rechts des Chores 1420 er-Ihtete

 Kapelle, deren kürzlich freigelegte Fresken von der hohen Kunst

ariapfarrs und von der ltaliennähe der Pfaffengasse zeugen". Sie sind

Iloch Wesentlich später als die gefundene Figur. Der kleine Kapellenanbau

ar auch keineswegs für die Aufstellung der Schönen Madonna der Marienrche

 geeignet.

ie zweite von Kürsinger beschriebene Stiftung betrifft den heute noch

haltenen schönen Silberaltar, den der Pfarrer Peter Grillinger (1419-344)

 zusammen rnit einer großen Stiftung der Kirche schenkte. Das

iche Altirchen aus der Spätzeit des Weichen Stils zeigt, daß der Stifter

ncr sehr reichen Kirche mit großen Einkünften vorgestanden ist. Nach

rillingers Tod wird dann auch mit dem Neubau des Langhauses begonnen.

er Chor und die Fresken des Chores sind aus wesentlich früherer Zeit

halten geblieben 15.

'o befindet sich nun das Standbild der „beata virgo", das den Reichtum

1d Ruhm dieser hlarienkirche, der aus diesen Überlieferungen und Dokuenten

 hervorgeht, begründet hat? Wo ist die Madonna von Pfarr, die

rr der jetzt aufgestellten Holzfigur das zentrale Kunstwerk der Kirche

ar?

Sie ist durch die glücklichen Umstände des geschilderten Fundes e

geblieben. Diese meisterliche vollrunde Figur, die zu den besten der S

Madonncn um 1400 gezählt werden muß, ist nicht für einen unbedet

Aufstellungsort geschaffen worden. Die komplizierte Technik des einr

Gusses in der verlorenen Form bedingt Vorkehrungen und Um

die nur ein großer Auftrag rechtfertigen konnte. Es bleibt natürlicl

wiesen, ob der Künstler die Figur in Mariapfarr hergestellt hat odei

die Figur in der Hauptstadt Salzburg schuf. Dort hatte er - der vi

den Werkstätten des Doms zeitweise vorstand - in der Gießerei des

klnsters alle Einrichtungen für den Guß zur Verfügunglö. Dazu

wie im anschließenden Aufsatz des Verfassers zur Technik des Stein

dargestellt wird, außer eisernen Formkästen auch ein Ofen zum Breni

Formsandcs erforderlich.

Es ist nicht anzunehmen, daß die Figur aus der Burgkapelle von M

dorf stammt. Diese erhielt schon um die Mitte des 15. Jahrhundert

neuen Altar, in dem eine sehr späte Schöne Madonna steht. Für das Be

einer Erneuerung wäre hier der Zeitabstand zu gering, für eine zwe.

donna aber der Kapellenraurn zu klein. Außerdem fehlen uns alle Hi

daß die Kapelle von Mauterndorf um 1400 - so wie die Marienkirc

Pfarr f eine heute verschwundene Schöne Madonna besessen hätte.

Die gefundene Figur ist daher mit größter Wahrscheinlichkeit als die

Madonna aus der Marienkirche von Pfarr anzusprechen.



13, H. 15, I6 )

8 Dcr Fundort

dcr Sthöncn Madonna vorn Mariapfarr

an der Taurach im Lungau

9-10 Ttilaluidllvn

du Schönen Madonna von Mariapfzn

während du Rauuricrung

11 Holzmadonna, Eud: I9. jhd! .

du Kirche in Mariapfarr

im Lunpu

.2 Alxar du Cosmas-und-Dalnian-Kapell:

der Danzign Maricnkirdlc.

13 Schöne Madonna von Allmmarkt

14 Rücksitz der Sdlümcn Madonna

von Altmmarkl

15 Sdlöllc Madonna,

röllichcr Suinguß, Salzb

Franziskanrrkloslzr, 15W)? I5 0

I6 Rückaluichl der Schüren Madonna

's Snlzburger oslrn (Abb. 15)


            
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