MAK
Leiste von 
Alfred Posselt. 
die den Gedanken' 
kern mit immer 
subtiler werdenden 
Schleiern feinge' 
wobener Stirn' 
mungen umhüllen. 
Sie fußt vielmehr 
auf dem festen 
Boden der Tat' 
Sachen, und hält 
gleichen Schritt mit 
dem Inhalt des 
Buches. Sie schrei' 
tet mit ihm zu' 
gleich aus und be' 
gleitet ihn. Ihr 
Flug in die Pharn 
tasieräume geht 
nicht höher als 
jener des Textes. 
Es ist sehr zu wum 
dem, daß wir so 
wenig gute Buch' 
illustrationen fim 
den. Obzwar die 
Sache von vielen 
viel ernster genommen wird, als der reine Buch' 
schmuck, wird sie in der Regel noch immer zu 
leicht genommen. Man soll nicht zweimal das' 
selbe sagen. Das tut sie meistens. Und darum 
setzt sie der Illusion häufig allzu enge Grenzen. 
Bei vielen Märchenbüchern kann man das er' 
leben. Das Wort 
riegelt alle Tore der 
Träume auf, und, 
merkwürdig, das 
Bild schließt sie 
wieder. Der Zeich' 
ner muß mehr als 
bloß übersetzen 
wollen. Das Wort 
selbst ist nur totes 
Zeichen, eine bloße 
Vermittlung leben' 
diger Gedanken 
und Gefühle. Auf 
die kommt alles an. 
Darum soll auch 
der zeichnerische 
Künstler nicht zu 
viel tun wollen. 
Man denke an das 
alte primitive Spiel' 
zeug: es ließ der 
Phantasie noch alle 
Möglichkeiten of 
fen. Es erschwerte 
sie nicht auf ihren 
Flug. Und es befanden sich in der „Fläche“ 
Illustrationsproben, schablonierte Blätter, von 
entzückender Einfachheit, die alle Märchen' 
träume erschlossen. So denke ich mir gute 
Buchillustrationen, fern vom erdenschweren 
Realismus. Josef Aug. Lux. 
□ Entwurf für Kachelschnitt von Hilde Exner. □ 
Leiste von 
Moritz Jung.
	        
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