131 Drei Gewürz- bzw. Zuckerstreuer, Silber, durchbrochene Deckel mit
Scharnierverschlüssen, Wiener Feingehaltspunzen 1858, 185. und undeutlich,
zweimal Meisterzeichen CSS (= C. Sander Söhne), einmal ES (= E. Scheinast),
Höhe 8,8, 12 und 14,4 cm, Kat. Nr. 28-30, vgl. S. 533. - Three spiee pots or sugar
castors, silver, pierced lids with hinged fastenings, Viennese control marks 1858,
185 . and unclear, two marked CSS (= C. Sander Söhne), one marked ES (= E.
Scheinast), height 8.8, 12 and 14.4 cm, cat. nos. 28-30, cf. p. 533
ZUCKERSTREUBÜCHSEN
Unter dem Begriff „Zuckerstreuer“ ist jener Formtypus bekannt, der aus hohem Corpus
mit durchbrochenem Deckel besteht, früher unter dem Begriff Zuckerstreubüchse ein
deutiger definiert war und heute noch unter mehreren Namen (Zuckerbüchse, Zucker
streubüchse, Zuckerstreudose, Zuckerstreuer) vorkommt.
Gruber verwendet den Begriff der Streudose für Zuckerstreuer und verweist auf dessen
Erfindung in Frankreich (Gruber 1982, S. 171).
Auf die Definitionsgeschichte des „sucrier“ geht Helft näher ein; er unterscheidet „su-
crier“ und „pot ä Sucre“ (Helft 1980, S. 311). Er zitiert Richelet (1680), der den „sucrier“
als „ouvrage d’orfevre, ou de potier d’etain, compose d’un corps, d’un fonds et d’un
couvercle qui est en forme de döme et qui est proprement perce de petits trous au tra
vers desquels passe ie Sucre qui est dans le sucrier“ (Helft 1980, S. 311). Diese Defini
tion des „sucrier“ als Objekt aus Edelmetall oder Zinn, bestehend aus Corpus, Fuß und
kuppelförmigem, durchbrochenem Deckel, wird mit geringen Änderungen („elevee et
ronde“) weiter tradiert und auch von der Encyclopedie übernommen.
Helft vermerkt ausdrücklich, daß ab dem Beginn des 18. Jahrhunderts auch Toilettegar
nituren „paires de sucriers“ (Paare von Streuern) enthielten, mit denen man die Perük-
ken puderte. Bedenkt man ferner, daß durchbrochene Deckel nicht nur dazu dienen
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