ich in der Gendarmeriekaserne untergebracht. Der Wacht=
meister besorgt mir die Modelle. Ein reizendes, schlankes
Mädchen von 17 Jahren, namens Milica, zeichnete ich
spinnend mit Rocken und Spindel. Ich bin entzückt über
die feinen Hände, die kleidsame Tracht und den holden
Rhythmus der Bewegung. Für morgen bestellte ich mir
einen landesüblichen Ochsenwagen, doch liegt mir auch
noch Milica im Sinne. = ©0©
© Zwei von den Offizieren aus Pod Romanja besuchten
mich und sahen meiner Arbeit zu. Da ein Gewitter kam
und es zu tröpfeln anfing, gingen wir ins türkische Kaffee=
haus „zum Falken”. Ich bin sehr glücklich, denn die Gegend
ist herrlich, die Menschen schön und das Vieh malerisch.
Dazu kommen kolossale Wolkenbildungen. Das aufziehende
Gewitter erinnerte mich an Klingers gewaltige Lüfte .... =
Na Romanja, am 6. Juli igoo.
© Ich halte hier Rast auf meiner letzten Fahrt. In Sokolac
stand ich gestern sehr früh auf. Bald kam auch schon den
gewundenen Weg vom Dorfe Batics her ein abenteuer=
liches Fuhrwerk gefahren, knarrend und breitspurig mit
holpernden Rädern. Keines davon rund und keines dem
andern gleich an Größe. Es sind nur Scheiben, aus dem
Stamme einer Eiche herausgeschnitten. ©©©
© Vier Ochsen sind angespannt, zwei graue, ein schwarzer,
ein roter. Ein Bauer ist dabei, mit einem spitzen roten
Turban auf dem sonnverbrannten Haupt, schier wie ein
Indier anzusehen. Mit dem Homerischen Ochsenstachel
lenkt er das Gespann. = © © ©
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