576 Zuckerdose, Silber. Wiener Feingehaltspunze 185 . (1850?),
Meisterzeichen undeutlich; vgl. Kat. Nr. 61, S. 584. - Sugar casket, silver,
Viennese control mark 185 . (1850?), maker's mark unclear; cf. cat.
no. 61, p. 584
zwei charakteristischen Varianten dokumentiert; die Ecklösungen rechtwinklig gegliedert
(Abb. 590, S. 364) oder vom weichen Schwung der Linie dominiert (Abb. 592, S. 365).
Mit Rillung, Godronnierung, floralen Bordüren oder ornamentalem Flächenschmuck sind
vier Zuckerdosen mit eingeschwungener Wandung versehen (Abb. 593-596, S. 366,
367), ähnlich den Schnupftabaksdosen jener Zeit (Neuwirth, Wiener Silber 1/1988). Ein
vergleichbares Objekt (allerdings mit seitlichen Handhaben) ist durch eine Inschrift als
Sparbüchse erkennbar (Abb. 597, S. 368).
Wandungen, deren Silhouette durch Schwung und Gegenschwung bestimmt ist, cha
rakterisieren eine große Gruppe von Zuckerdosen, deren Formen von glatter bzw. profi
lierter Kontur (Abb. 599-604, S. 369-371) über gebuckelte Wandungen (Abb. 605-623,
S. 372-381) reichen und durch vertikale Züge noch betont werden können.
Gemeinsam ist vielen dieser Dosen eine reiche florale Reliefierung der Eckzonen von
Dose und Deckel (Abb. 644-664, S. 392-401), häufig kombiniert mit Blüten- oder Früch
teknauf (Abb. 669-673, S. 404-405), seltener mit Handhaben in Tierform (Abb. 665-668,
S. 402, 403). Zur Gestaltung der Füßchen dienen Palmetten-, Muschel-, Voluten-, Blatt-
und Blütenmotive (Abb. 674-686, S. 406-413).
Mancher Dosentypus wird über einen langen Zeitraum tradiert: eine Form vom Beginn
der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts (Kat. Nr. 60, Abb. 610, S. 375) findet sich zum Bei
spiel unter Nr. 15628 grundsätzlich vergleichbar im Berndorfer Katalog von 1893 wieder
(Abb. 608, S. 374). Eine nicht näher gekennzeichnete Dose aus versilbertem Metall ist
nahezu formidentisch (Abb. 609, S. 374).
Seltener als die rechteckige ist die ovale oder runde Dose (Abb. 624 ff., S. 382 ff.).
Vom großen Variantenreichtum bestimmter Detailformen zeugen sowohl die Kartuschen
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