(d. bez. e.) erhält; ebenso bei Zuckerzangen in Scheerenform. “
(Zu den Abkürzungen: N = Namenspunze, F = Feingehaltspunze, A = Amtszeichen,
d = doppelt, e = einfach).
Reiches florales Relief (Blüten-, Blatt- und Traubenmotive) schmückt eine Zange, deren
Bug ebenfalls ornamentiert ist (Abb. 731-735, S. 442, 443).
Das Leitmotiv des Merkurstabes mit Pinienzapfenknauf kommt auf vier Zangen vor
(Abb. 736-741, S. 444, 445); dreimal nahezu identisch (Abb. 737-741, S. 444, 445) und
einmal leicht abweichend (Abb. 736, S. 444). Die übereinstimmenden Zangen sind 1839,
1840 und 1845 datiert und der Firma IW (= Jakob Weiß) zuzuordnen, eine Zange ist in
die fünziger Jahre zu datieren und wurde vom Meister AK hergestellt.
Im Jahre 1853 entstand eine vom Floralen dominierte Zange (Abb. 742-745, S. 446, 447);
Wiener Provenienz sind zwei Zangen mit muschelartigen Greifern, floral-spiraligen
(Abb. 746, 747, S. 448) und schuppenartigen Ornamenten (Abb. 748, 749, S. 449). Dem
Bereich des unedlen Metalls ist eine Zange (Abb. 750, 751, S. 450) zuzuordnen, die die
der „Radipunze“ angeglichene „Chinasilber“-Punze (Abb. 751, S. 450) aufweist.
Von eher ungewöhnlicher Form mit floraler Durchbruchsornamentik in Rechteckrahmen
ist eine relativ spät entstandene Zange (Abb. 756, S. 453). Stilistisch dem Rokoko ist
eine 1857 datierte Zange (Abb. 754, 755, S. 452) verhaftet, und eine 1848 bezeichnete
Zange (Abb. 757, 758, S. 453) mit überdimensioniertem Kopf weist auf den flachen Ar
men Guillochierungen auf, die zur nächsten Gruppe von ganz anderem Formtypus über
leiten:
Die Zirkelform - vom Sinngehalt im Bereich des Freimaurerischen zu sehen? - betont
den runden Kopf mit Kugelknauf, manchmal floral ausgestaltet (Abb. 759, 760, S.454),
häufig mit reicher, kleinteiliger Guillochierung (Abb. 759-763, S. 454- 456) versehen. Um
funktioniert zum Kuchenheber, werden die Proportionen einer Zange unverhältnismäßig
stark auf die Zone der Greifer verlagert (Abb. 759, 760, S. 454). Gravierter Dekor
schmückt die flachen Arme einer wesentlich später entstandenen Zange (Abb. 764, 765,
S. 457); gemeinsam ist allen drei Zangen die Konstruktion, wobei mittels einer im Kopf
befindlichen Feder die beiden Arme nach Gebrauch wieder auseinandergedrückt wer
den.
Über Jahrzehnte hinweg ist der historisierende Rokokostil nachweisbar: die Zucker
zange von Mayerhofer & Klinkosch, 1861 datiert (Abb. 766, S.458, Abb. 768, S. 459)
wird motividentisch in Besteckgriffen der Firma Berndorf noch im Jahre 1893 wiederholt
(Abb. 769, S. 459), und im gleichen Stilempfinden sind zahlreiche weitere Zangen unter
schiedlicher Provenienz und Entstehungszeit hergestellt (Abb. 770 ff., S. 460 ff.).
Auch bei anderen Objekttypen ist die nahezu unglaubliche Langlebigkeit bestimmter
Formen und Dekore nachweisbar. Für Zuckerzangen ist dies vor allem aus einer Zusam
menstellung im Berndorfer Katalog von 1893 ersichtlich (Abb. 774-776, S. 462, 463). Die
ser enthält auch Greifwerkzeuge, die einer anderen Bestimmung dienten als die Zucker
zangen- fünfklauige Eiszangen (Abb. 787, S. 468). So mögen wohl auch die dreikralligen
Zangen (Abb. 786, S. 468; Abb. 788, 789, S. 469) eher Eis- als Zuckerzangen gewesen
sein, wobei allerdings eine Verwendungsweise die andere nicht ausschließt.
ZANGEN MIT FILIGRANARBEIT
Einige Zangen mit Filigranarbeit wurden bereits erwähnt (Abb. 693, 694, S. 424;
Abb. 697, S. 426; Abb. 700-702, S. 427). Solche, die nahezu ausschließlich - bis auf die
blatt- oder muschelförmigen Greifer - aus Silberfiligran bestehen, sollen nun folgen. We
gen der Zierlichkeit der Einzelsegmente sind sie fast immer unpunziert oder in späterer
Zeit mit winzigen Kennzeichen nachpunziert worden (in unserem - dem österreichi
schen - Bereich vor allem mit dem Vogelflügel mit Wiener Amtszeichen, dem W).
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