Umso wichtiger sind für uns Zangen, die eindeutig zuordenbar sind, wie Zangen mit
dem österreichischen Taxstempel (Abb. 697, S. 426; Abb. 700, S. 427; Abb. 799,
S. 474); ihnen ist ein Löffel mit filigranem Stiel vergleichbar (Abb. 811, S. 479), ebenfalls
nach Österreich lokalisierbar und um 1834 datierbar.
Sehr aufwendig - mit Reliefmedaillons, Rosettengreifern, Hochoval mit gravierten Initia
len - ist eine wieder nur mit dem Wiener Vogelflügel punzierten Zange gestaltet
(Abb. 814-817, S. 480, 481. Sie erinnert in der ungewöhnlichen Form der Greifer an eine
Zange aus der zeitgenössischen Literatur (Abb. 818, S. 481).
Zwei Zangen, deren Filigranstruktur auch die Greifer einschließt, scheinen für den Ge
brauch kaum mehr geeignet (Abb. 824, 825, S. 484).
Im Katalog der Wiener Gold- und Silberschmiedeausstellung von 1907 finden sich einige
Zuckerzangen, wobei jene aus Filigran überwiegen:
453 Zuckerzange. Silber, mit Amoretten in Relief und Fruchtbuketts als Greifer. L. 14. Be
schauzeichen Nürnberg, Meisterzeichen H B (?), Punze B. / Frau Klebek, Brünn.
620 Zuckerzange. Silberfiligran. Deutsch, Anfang XIX. Jahr. Ohne Punze. / Gräfin Seiiern-
Wenckheim.
626 Zuckerzange. Silber, Filigran. L. 16. Ohne Beschau- und Meisterzeichen. Deutsch, um
1820. / Frau Pauline Löwenbach.
631 Zuckerzange. Silber, Filigran. Deutsch, um 1830. Ohne Punze. L. 16. / Privatbesitz
830 Zuckerzange. Silber, scherenartig, mit Filigranarbeit, die Griffe Muscheln. / C. Eßlinger,
Leer.
831 Zuckerzange. Silber, mit Filigranarbeit, die Griffe Palmetten. / C. Eßlinger, Leer.
1048 Zuckerzange, Silber, durchbrochen. Beschauzeichen Wien um 1790. Meisterzeichen L.
S. T. (Leop. Gerard Stelzer... ). L. 17.3. / Martin Nirenstein.
1111 Zuckerzange. Silberfiligran. Brünner Beschauzeichen. Um 1810. / Dr. Karl Schindler,
Brünn.
1160 Zuckerzange. Silber, mit gitterförmiger Rundung und muschelförmigen Greifenden. Be
schauzeichen: Wien 182., kein Meisterzeichen. Mittlerer Taxstempel 1810 bis 1824. L 13.5. /
Frau Hofrat Tina Pflügt v. Leiden.
1192 Zuckerzange. Silberfiligran. Ohne Punze. Um 1830. / Frau Mathilde Gröger, Brünn.
1197 Zuckerzange. Silber, glatt. Beschauzeichen Wien 1832. Meisterzeichen M. F. (Michael
Fabritius.. . ). L. 15.2. / Martin Nirenstein.
1218 Zuckerzange. Silberfiligran. Österreichische Marke verputzt. L. 14. Um 1840. / Gabriele
Wanek.
1338 Zuckerzange. Silber, gepreßt, mit Weinlaub und Trauben. Beschauzeichen Wien um
1840), Meisterzeichen Doppeladler (Stephan Mayerhofer). L. 15. / Frl. Julie Kalita, Czernowitz.
Auf die Verarbeitung von Gold- und Silberdraht sowie von Gold- und Silberfäden und die
besondere Bezeichnung bestimmter Produkte gehen Fachleute bereits im 19. Jahrhun
dert ausführlich ein. In diesem Zusammenhang ist Karl Karmarsch mit den von ihm ver
faßten Kapiteln in Prechtls Technologischer Encyklopädie besonders hervorzuheben:
„Draht“ (in: Prechtl 4/1833, S. 141- 233) und „Drahtarbeiten“ (in: Prechtl 4/1833,
S. 233-254), „Drahthafte“ (Prechtl 4/1833, S. 254-256) sowie „Drahtspinnerei“ (Prechtl
4/1833, S. 256 ff.).
Karmarsch geht vor allem auf Privilegien zurück, Kulmers Texte (1872) beruhen ihrer
seits wiederum weitgehend auf Karmarsch (die Übernahmen sind dort nicht als Zitate
ausgewiesen).
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