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Full text: Wiener Porzellan vom Spätbarock zum Art Déco

1928 
Verwaltungsrat (neu): Dr. Helmut Reiser (bis 1930), Dr. Oswald Bien (bis 1933), Karl 
Freund (bis 1933), Rudolf Freund (bis 1931), Dr. Valentin Stolz (bis 1929). - Teilnahme 
an der Ausstellung „Die neuzeitliche Wohnung“ im Österreichischen Museum sowie an 
der Weihnachtsschau im Künstlerhaus (Porzellane nach Entwürfen von Barwig, Bosse, 
Bücher, Jaksch, Löw, Powolny, Prutscher und Zülow). 
1929 
Verwaltungsrat (neu): Dr. Giesbert Liebig (bis 1933). - Direktionsrat (neu): Dr. Helmut 
Raiser (bis 1930), Dr. Giesbert Liebig (bis 1933), Rudolf Freund (bis 1931). - Teilnahme 
an den Ausstellungen „Das Bild im Raum“ und „Wiener Frauenkunst“ mit Servicen 
(Hertha Bücher). 
1930 
Verwaltungsrat (neu): Siegismund Pniower (bis 1933). - Teilnahme an der Ausstellung 
des Österreichischen Werkbundes in Wien (drei Kaffeeservice nach Entwürfen von Jo 
sef Hoffmann in Deutsche Kunst und Dekoration 1930, S. 320-321, Abb.), vgl. Abb. 321, 
322, S. 154, 155. - Teilnahme an der Ausstellung „Buch und Raum der Gegenwart“ im 
Wiener Künstlerhaus (Kunst- und Gebrauchsporzellan nach künstlerischen Entwürfen). 
L. W. Rochowanski: Einst und jetzt. Wiener Porzellan 
In dem neuen Programm steht das Figurale neben dem Gebrauchsporzellan, auch der Pflege der 
Porträtkunst wird Aufmerksamkeit geschenkt, denn dieses Material erwies sich schon immer 
dazu besonders geeignet. Die Berufung von Professor Michael Powolny, einer erstrangigen Per 
sönlichkeit auf dem Gebiete von Keramik und Glas, war eine Selbstveständlichkeit. Auch Prof. 
Jos. Hoffmann arbeitet mit. Ganz ausgezeichnet ist die Frische und Unbekümmertheit von Franz 
Zülow, der über den Teetisch die amüsantesten Märchen verstreut. Immer keck Wally Wieselthier, 
berufen, charakteristische Typen unserer Zeit und speziell von Wien festzuhalten. 
Die 1924 wiedererstandene Wiener Manufaktur konnte leider in keinem neuen Gebäude unterge 
bracht werden. Sie wurde im Augarten einlogiert, in einem zwar schönen, aber von geschichtli 
chen Erinnerungen arg belasteten Haus. Gleichzeitig wurde auch eine österreichische Gobelin 
manufaktur geschaffen, um auf diese Weise den heimischen Kräften Arbeitsmöglichkeit zu geben 
(Das Schöne Heim I. Jg./1930, S. 230-231, Zitat S.231, Abbildungen S. 230-231: Otto Hofner 
Frühling; Wally (sic!) Wieselthier, Mädchen mit Affe; Michael Powolny, Putto; Abb. S. 461: Michael 
Powolny, Porzellanservice). 
1930-1931 „ . „ . u . . .. 
Teilnahme an der Ausstellung „Die neuzeitliche Wohnung im Österreichischen Mu 
seum (Figuren, Service, Luxusporzellane nach alten und modernen Entwürfen). 
1931 
Verwaltungsrat (neu): Arthur von Haas (bis 1933). - Teilnahme an der Ausstellung 
„Blume und Plastik“ im Wiener Künstlerhaus. - Teilnahme an der Werkbund-Ausstel- 
i’ung „Der gute billige Gegenstand“ im Österreichischen Museum für Kunst und Indu 
strie (u. a. mit einer kugelförmigen Blumenvase). 
Dr. Else Hofmann: Österreichisches Porzellan (Porzellanmanufaktur Augarten) 
Die neue Blüte unserer österreichischen Porzellanmanufaktur, die mit immer neuen schöpferi 
schen und reizvollen Einfällen hervortritt und viele unserer besten Künstler und Künstlerinnen be 
schäftigt und anregt, hat das Ausland in den letzten Jahren erobert. Amerika, dessen Einkäufer 
und Geschmacksberater immer noch zuerst den Weg nach Paris fanden, hat endlich einsehen ge 
lernt, daß das Wiener Porzellan an Modernität und Einfallsreichtum mit an der Spitze Europas 
steht, daß es die köstlichen alten Techniken voll bewahrt hat und neue, höchste Werte an künstle 
rischer und technischer Qualität bietet. . . 
Die Nachkriegszeit erst, die den Blick für die Schönheit des versunkenen, alten Wien sehnsuchts 
voll neu belebte und die eine Nachblüte an Schönheitsbedürfen (sic!) schuf, hat einem Kreis von 
Jüngeren den Mut wiedergegeben, die Porzellanfabrik neu zu begründen und sie unter dem alten 
Wappen des Bindenschildes nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika neben Meißen und 
Sevres zur Anerkennung zu führen . . . 
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