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Full text : Wiener Porzellan vom Spätbarock zum Art Déco

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22  Becher  mit  Untertasse;  Wiener  Porzellanmanufaktur,  3.  Viertel  18.  Jhdt.;  unterglasurblauer
Bindenschild  (auf  beiden  Objekten),  Weißdrehernummer5  auf  dem  Becher;  Höhe  (Becher):
7,3  cm,  Durchmesser  (Untertasse):  13  cm.  -  Antiquitäten  C.  Bednarczyk,  A-1010  Wien,  Dorotheergasse
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konnte  von  ihrem  Uiberschuß  oder  Gewinn  dahin  abgegeben,  und  das  übrige  zu  ihrer  Vergrösserung
  und  Vervollkommnung  verwendet.
Um  bey  einem  zahlreichen  Personale  die  Weiber  der  verstorbenen  Arbeiter  nicht  hülflos  zu  lassen, ­
  hat  sie  vor  23  Jahren  ein  eigenes  Pensions  Jnsitut  errichtet,  wozu  jeder  Arbeiter,  der  als  Mitglied ­
  eintretten  will,  5  pc  lo  von  seinem  Verdienste  beyzutragen  verbunden  ist.  Das  hieraus  gesammelte ­
  Kapital  ist  in  den  öfentlichen  Fonds  verzinslich  angelegt,  und  beläuft  sich  dermal  auf
85000  f,  von  welchen  bereits  101  Wittwen  eine  Pension  von  monatlich  8  bis  15  f  beziehen.
Sowohl  dieser  Fond,  als  der  bey  der  Manufaktur  mit  Ende  April  vorräthig  geweste  Kassarest  von
80000  f  mußte,  nach  Auftrag  der  Vorgesetzten  Hofstelle,  als  ein  Depot  in  die  Staatskassa  abgegeben ­
  werden,  mit  welcher  er  nach  Ungarn  abgeführt  worden  ist.
Dieser  glückliche,  besonders  in  den  letzten  25  Jahren  in  Vervollkommnung  und  Erträgniß  fortschreittende
  Zustand,  ist  durch  den  Ausbruck  des  jetzigen  Krieges  plötzlich  gehemmet  worden.
Während  des  Winters  wurden  die  Vorräthe  an  Holz  und  Erde  größtentheils  verbraucht,  wogegen
der  Ankauf  dieser  Bedürftnisse,  der  jederzeit  mit  dem  Frühjahre  eintrit,  durch  die  dermaligen
Kriegsverhältnisse  ganz  unmöglich  gemacht  worden  ist.
Wegen  Mangel  an  Brennholz  werden  schon  seit  4.  Wochen  anstatt  6  Bränden,  täglich  nur  Einer,
oder  zwey  gemacht.  Mit  Ende  dieses  Monats  ist  auch  der  noch  übrige  kleine  Vorrath  gänzlich  verbraucht, ­
  und  das  Personale,  so  bisher  wenigstens  18000  f  monatlich  verdiente  und  bey  den  dermaligen ­
  Zeiten  zu  seinem  Unterhalte  unumgänglich  nöthig  hat,  kann  eben  so  wenig  beschäftiget,
als  bezahlt  werden,  weil  der  Absatz  dieser  jetzt  sehr  entbehrlichen  Waare  ganz  auf  hört,  weil  die  in
den  österreichischen  Provinzen  bestehenden  Niederlagen  keine  Geldrimmessen  machen  und
eben  so  wenig  die  Rückzahlungen  für  kreditirte  Waären  von  dem  größtentheils  von  hier  entfernten ­
  Adel  eingefordert  werden  können.
Wann  aber  wirklich,  während  dem  die  Erzeugung  wegen  Holzmangel  stille  stehen  muß,  dem  Personale ­
  Geld z Unterstützung  bewilliget  wird;  ist  doch  immer  die  Geschäftslosigkeit  das  größte  Uibel,
  das  sowohl  den  Nutzen  der  Manufaktur  als  ihren  zahlreichen  an  Fleiß  und  Beschäftigung  gewöhnte ­
  Arbeitern  zugehen  kann.

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