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231 Detail einer Schnupftabaksdose, Kat. Nr. 4 (wohl J. Schütz, 1807-1809). - Detail of a
snuffbox, cat. no. 4 (probably J. Schütz, 1807-1809)
TREIBEN MIT PUNZEN: PUNZIEREN UND ZISELIEREN
Durch das Einschlagen von Punzenstäben können zahlreiche Einzelmotive - von sehr
einfacher Gestalt bis zu detailreicheren Motiven - erzielt werden. Einen fortlaufenden
Dekor kann man durch das Bewegen der Punzen während des Schlagens mit dem Pun
zenhammer erzielen; diesen Vorgang nennt man das Ziselieren.
Schmale, ziselierte Umrahmungen im Zickzack sind auf manchen Detailabbildungen zu
erkennen (Kat. Nr. 18, 3, Abb. 227, 228), auch bei einem weiteren Ausschnitt (Kat. Nr. 2,
Abb. 230), dessen Flächenmusterung fast wie eine Guillochierung wirkt. Die Ziselierung
hat oft die Funktion, Ränder beim Zusammensetzen mehrerer Teile zum Verschwinden
zu bringen, zu kaschieren, um Übergänge und Kanten zu versäubern.
Darüber hinaus kann die Ziselierung aber auch anders eingesetzt werden: nicht nur als
Randdekor, sondern als flächenteilendes Zickzack in Kreissegmenten bzw. Rautenfor
men (Kat. Nr. 4, Abb. 231). Als eigenständiges, reizvolles Flächenmuster, aus Zickzackli
nien Blattranken bildend, wird die Ziselierung als dominierender Dekor von Wandungen
(Kat. Nr. 40, Abb. 232, 233) gerne mit Punzierung kombiniert.
Das Zickzack der ziselierten Bordüren- oder Flächenrahmung findet sich auf zahlreichen
Objekten, von denen in der Folge viele Details abgebildet werden (Abb. 234 ff.). Selte
ner sind kompliziertere Gebilde, wie das Zickzack-Spiralwellenband (Kat. Nr. 40,
Abb. 309).
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