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Volltext: Wiener Silber 1780 - 1866 : Tabaksdosen

Wenn bei Zedier über die medizinische Wirkung des Schnupftabaks gehandelt wird, so 
gehen auch spätere Schriften auf die Vor- und Nachteile des Tabakschnupfens ein 
(Leuchs 1846, S. 119- 121): 
„Niemand darf es tadelnd schmähen, 
Wenn wir andere lebhaft sehen 
Schnupfstaub durch die Nase ziehen. 
Es eröffnet durch das Niesen 
Zähen Schleims verstopfte Drüsen, 
Reinigt sie; verdünnet ihn. “ 
„Jn gesundem Zustande soll sich aus der Nase weder besonders viel Feuchtigkeit abschei 
den, noch bedarf es hiezu eines äußeren Anreizes. Und stokt auch wirklich die gewöhnliche 
Absonderung, so gibt es viele Arzeneimittel, weiche sie wieder in Gang bringen, und selbst 
wenn der Schnupftabak in dieser Hinsicht als das beste angesehen werden müßte, wäre sein 
Gebrauch blos als Arznei für die kurze Zeit gerechtfertigt, weiche zur Wiederherstellung des 
natürlichen, gesunden Zustandes nöthig ist. Und eine sehr geringe Menge wird dann diesen 
Zwek erfüllen“. 
Vor zuviel Tabakschnupfen wird allerdings gewarnt (Leuchs 1846, S. 120, 121), vor allem 
vor schädlichen Zusätzen des Schnupftabaks: 
„Enthält der Schnupftabak, wie es häufig der Fall ist, ausser den betäubenden und scharfen 
Stoffen des Tabaks, noch andere arzneilig wirkende Zusäze, oder Bleioxid (von Bleiblech 
oder von Bleigefäßen, worin er gepakt war, so ist sein Nachtheil auf die Gesundheit noch grö 
ßer. 
Auch bemerkt man bei den starken Tabakschnupfern häufig Vertust des Geruchs und Schwä 
chung der Stimme, Kopf = und Nervenschwäche, Augenkrankheiten (oft selbst unheilbare 
Blindheit), Nasenpolypen, Hypochondrie und Flatulenz (wozu das Einathmen des Tabak 
staubs beitragen kann), bei Vollblütigen auch heftiges Nasenbluten, so wie einen eigenen 
krankhaften Zustand der Nase, der in eine häßliche Misbiidung derselben ausartet, und die 
sogenannten Schnupftabaknasen entstehen macht..." 
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