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Full text: Wiener Silber 1780 - 1866 : Tabaksdosen

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89-91 Wiener Feingehaltspunzen 1840-1866; 
Umzeichnung nach Knies 1896, Tat. V. - Vien- 
nese hallmarks 1840-1866; sketched from 
Knies 1896, pl. V 
exakt gehalten wurde, wenn der Schlag des Punzenhammers auf den Punzenstab nicht 
in der nötigen Stärke erfolge, wenn der Punzenstab durch nicht ganz richtiges Halten 
verprellt wurde, wenn die Punze schon etwas abgenützt war usw. Dies konnte zur Folge 
haben, daß manchmal sogar der größte Teil des Punzenbildes fehlt: das Amtszeichen, 
das die für die Feingehaltspunzierung zuständige Stelle bezeichnet (z. B. das A für 
Wien), oder ein Teil der Jahreszahl, die fallweise aufgrund verschiedener Kriterien rekon 
struiert werden kann. Bei undeutlichen Meisterpunzen ist die Identifizierung mit einem 
bestimmten Gold- oder Silberschmied noch schwieriger. 
Bei unvollständigen Punzenbildern können prägnante Details dennoch zu einer wenig 
stens teilweisen Rekonstruktion führen. 
So wurden laut Knies - wie bereits erwähnt - die Punzen von 1791 bis 1799 mit einem 
Punkt hinter der Feingehaltszahl 13 versehen; dies bedeutet bei undeutlicher Jahres 
zahl, daß zumindest die Datierung in die neunziger Jahre des 18. Jahrhunderts möglich 
ist, wenn sich der obere Teil der Punze mit dem Punkt hinter 13 erhalten hat (siehe Kat. 
Nr. 1). 
Aufgrund der bei Knies abgebildeten, von den späteren Autoren meist ohne nähere 
Quellenangabe übernommenen Punzenbilder sind gewisse formale Charakteristika fest 
stellbar, die ich zum Teil auch anhand von punzierten Objekten verifizieren konnte. 
Bis 1806 stand für 13lötiges Silber die Feingehaltszahl 13 oben im Punzenbild (Abb. 33 - 
49), ab 1807 wurde sie vom Amtszeichen (A = Wien) abgelöst. 
Bis 1810 war dann die Wiener Feingehaltspunze unten gerade abgeschlossen 
(Abb. 71 - 73, 80, 81), die Jahrespunze von 1813 ist unten dreibogig geformt (Abb. 74, 
75, 82), ab 1814 (Abb. 83) war eine Umrahmung üblich, die bis auf geringfügige Abwei 
chungen bis 1866 Gültigkeit hatte (Abb. 89- 111). 
Sehr wichtig ist die meines Wissens bei Knies erstmals veröffentlichte Information 
(Knies 1896, S. 27, 29, 37), daß es für bestimmte Jahre keine eigenen Punzen gab: so 
war die Punze von 1807 (Abb. 71, 72, 80) bis 1809 in Verwendung, jene von 1810 
(Abb. 73, 81) bis 1812, jene von 1840 (Abb. 89, 98, 99) bis 1842. Demzufolge wären alle 
Punzenb'ilder mit den Jahreszahlen 1808, 1809, 1811, 1812, 1841 und 1842 Fälschungen. 
Dies sind zweifellos sehr nützliche Anhaltspunkte. 
Weitere Datierungshilfen bei undeutlichen Jahresstempeln sind die identifizierbaren 
Meisterpunzen, soferne exakte Daten über Lebens- und Arbeitsdauer dieser Gold- und 
Silberschmiede vorliegen (wobei aber - nach deren Tod - das Weiterführen ihres Betrie 
bes durch ihre Witwe mit Weiterverwendung der Punze nicht vergessen werden darf). 
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