Weiters wird für das Jahr 1943 (ÖMA 1950, S. 163) wieder im Zusammenhang mit einer
Wortmarke WIENER WERKSTÄTTE die Firma Bernhard Altmann genannt: Nr. 15056, 14.
11. 1943 Bernhard Altmann Gesellschaft m.b.H., Wien V, Siebenbrunnengasse 21; ur
sprüngliche Eintragung 58856, Priorität 14. 11. 1913.
Eine weitere, im Markenbild etwas abweichende Wortmarke WIENER WERKSTÄTTE
(Abb. 32, S. 44) führt der Österreichische Marken- Anzeiger (1950, S. 225) an.
DAS WW-MONOGRAMM ALS KERAMOS-MARKE
Das WW-Monogramm wurde im Jahre 1932 von Keramos als eigene Marke angemeldet
(Abb. 37, 38; S. 51). In der Wiener Handelskammer ist unter Zahl 47743/32 die entspre
chende Korrespondenz erhalten. Die Wiener Werkstätte erklärte sich in einem Schrei
ben vom 19. September 1932 an die Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie mit der
Auflösung der WW-Marke, allerdings nur in bezug auf die Warengattung „Stein- und
Tonwaren“, einverstanden:
„Für uns ist das ,WW‘-Zeichen als Marke für verschiedene Warengattungen, darunter
auch für,Stein- und Tonwaren 1 unter der No 59153 beim Zentralmarkenarchiv, Wien, so
wie unter der No 57390 international registriert.
Wir erklären hiemit, daß wir das für uns als Marke in Österreich und international regi
strierte ,WW‘-Zeichen bezüglich der Warengattung ,Stein- und Tonwaren 1 auflassen,
diese Marke jedoch bezüglich der übrigen Warengattungen sowohl in Österreich als
auch international aufrecht erhalten ..
Diesem Antrag wurde von der Kammer stattgegeben und am 20. September 1932 im
Warenverzeichnis zur Marke Nr. 59153 die Angaben „Stein- und Tonwaren“ gestrichen.
Mittels Schreiben vom 31. Oktober 1932 übermittelte Keramos der Kammer „die Bestäti
gung des Internationalen Bureaus für Markenschutz in Bern über die erfolgte Einzah
lung von sfrcs 30.- für die Streichung der international unter No 57.390 registrierten
Marke der .Wiener Werkstätte 1 .“
Das von Keramos für dieses Schreiben verwendete Briefpapier enthält im Briefkopf be
reits das WW-Monogramm (Abb. 36, S. 51) neben der am 23. 2. 1928 registrierten
dreieckigen Keramos-Marke (Reg.-Nr. Wien 103081, ZMA für das Jahr 1928, Wien 1929,
S. 36), und daneben - verblüffenderweise - ein weiteres Kennzeichen: ein Monogramm
EK. Die unter allen drei Marken befindliche Charakterisierung „Unsere Schutzmarken“
spricht diese Marken als registrierte Marken an; für die beiden ersten konnte dieser
Nachweis erbracht werden; das EK-Monogramm, üblicherweise als Kennzeichen von
Eduard Klablena, Langenzersdorf, geläufig, kommt auf einem Briefpapier von Keramos
aus dem Jahre 1928 (Archiv WW, ÖMAK) ebensowenig vor wie das WW-Monogramm;
ein mit 8. Mai 1930 datierter Brief von Keramos enthält nach wie vor nur die dreieckige
Keramos-Marke, während ein Brief vom 16. März 1932 sowohl das EK-Monogramm als
auch die dreieckige Keramos-Marke aufweist. Ab Oktober 1932 waren alle drei Kera-
mos-Marken im Briefkopf der Firma offenbar regelmäßig vertreten (Archiv WW, ÖMAK,
Brief von Keramos vom November 1932). Eine Registrierung des EK-Monogramms für
Keramos konnte ich bisher nicht finden.
Die Verwendung des WW-Monogramms durch Keramos war weder zufällig noch 1932
erstmals zu beobachten. Hatte doch diese keramikerzeugende Wiener Firma noch wäh
rend des Bestehens der Wiener Werkstätte zahlreiche Modelle für diese vervielfältigt
und ganz offiziell im Auftrag der Wiener Werkstätte auch deren WW-Monogramm in die
betreffenden Keramiken eingestempelt. Beispiele dafür gibt es zahlreiche. Viele der so-
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