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Full text: Wiener Werkstätte : die Schutzmarken, Rosenmarke und Wortmarke

WW ODER WWW ? 
WIENER WERKSTÄTTE ODER WIENER WÄSCHE=WERKSTÄTTE KRIESER 
Die Wiener Wäsche=Werkstätte Krieser in Wien wurde am 2. März 1917 ins Handelsregi 
ster eingetragen (HR A 34/99). Als Betriebsgegenstand wurde ebendort die „Wäsche- 
waren-Erzeugung“ angeführt, als Firmeninhaber Ida Krieser, Wien, als Prokurist Hugo 
Krieser, Wien, genannt (in dieser Funktion mit Eintragung vom 9. 7. 1918 gelöscht), letz 
terer ab 1. Juli 1918 als Inhaber der in eine Offene Handelsgesellschaft umgewandelten 
Firma angegeben. In der Spalte Betriebsgegenstand wird per 7. Juni 1921 „Nunmehr 
auch der fabriksmäßige Betrieb des Kleidermachergewerbes“ eingetragen. Am 17. April 
1925 erscheint lapidar der Vermerk „gelöscht“. Dieser Löschungsvermerk ist jedoch 
keineswegs mit der endgültigen Schließung des Unternehmens selbst gleichzusetzen, 
sondern nur mit einer Änderung der Rechtsform in Verbindung zu bringen. 
Aufgrund eines Gesellschaftsvertrages vom 6. Oktober 1924 wurde die Firma am 16. De 
zember 1924 als „Wiener Wäsche=Werkstätte Krieser Gesellschaft m.b.H.“ registriert 
(HR C 25/20), mit den beiden Geschäftsführern Hugo Krieser (gelöscht 1. 7. 1938) und 
Alfred Massarek (gelöscht 9. 10. 1925). 
In fünf relativ ausführlichen Abschnitten (a bis e) wird im Handelsregister der „Gegen 
stand des Unternehmens“ abgehandelt; ein wichtiger Punkt ist gleich der erste, der sich 
auf die „Erzeugung von Herren- Damen und Kinderwäsche, Herren-, Damen- und Kin 
derkleidern, von Konfektionen, Trikotagen und von allen einschlägigen Bedarfsgegen 
ständen der Mode und der Bekleidungsindustrie . . .“ bezieht. Mit Eintragung vom 18. 
Jänner 1929 wird die Gesellschaft als (per 1.1. 1929) aufgelöst bezeichnet, diese Auflö 
sung mit gleichem Datum (per 1.1.1929) im Sinne des Goldbilanzengesetzes gelöscht 
und der Gesellschaftsvertrag in den betreffenden Paragraphen geändert (Eintragung im 
Handelsregister am 29. 11. 1929). Mit Beschluß der Generalversammlung vom 23. Juni 
1938 trat die Gesellschaft in Liquidation (Liquidator Dr. Kurt Habicht). Eine Handelsregi 
stereintragung vom 24. 2. 1938 trägt den Vermerk „Firma gelöscht“. Diese hier nur 
knapp dargestellte Firmengeschichte bildet den Hintergrund für eine lebhafte Auseinan 
dersetzung der WWW mit der WW. 
Nicht ohne Bedacht hatte Krieser seinen Firmennamen mit drei W ausgestattet, die den 
Initialen der ersten drei Wörter entsprachen (Wiener Wäsche=Werkstätte). Aus diesen 
drei W bildete er dann Firmenmarken, die er registrieren ließ und damit das Mißfallen der 
Wiener Werkstätte umsomehr erregt haben mochte, als er - wie aus den zeitgenössi 
schen Zeitungsartikeln hervorgeht - ehemals Mitarbeiter der Wiener Werkstätte gewe 
sen war. Einige aus vielen Wiener Werkstätte-Inseraten ausgewählte Beispiele, in denen 
das zweifache W auf vielerlei Art abgewandelt wurde, lassen wegen der unbestreitbaren 
Verwechslungsgefahr den Einspruch der Wiener Werkstätte gegen Krieser verständlich 
erscheinen, wiewohl sich dieser Einspruch auf die Wortmarke der Wiener Werkstätte 
bezog und nicht auf die meines Erachtens viel ähnlicheren Inserate (die allerdings in die 
ser Form nicht geschützt waren). 
Vier Zeichen, in denen jeweils die drei W dominierten, ließ die „Wiener Wäsche=Werk- 
stätte Krieser“ am 29. März 1917 um 10 Uhr 5 Minuten zum Markenschutz anmelden 
(Reg.-Nrn. 71391-71394, Abb.44, S. 69). Gegen diese Registrierungen erhob die Wiener 
Werkstätte eine Löschungsklage (MR Band XCIX, fol. 24092-24093), der auch stattgege 
ben wurde, und eine Löschung der genannten Marken erfolgte am 4. Juni 1918, basie 
rend auf „§ 21, lit. e M.Sch.G. zufolge Erkenntnisses des k.k. Arb. Min. vom 23. Mai 
1918, Z. 146913-XXV b/17)“. 
Eine am 22. Juni 1917 um 10 Uhr 45 Minuten für Krieser registrierte Marke 
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