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Full text : Wiener Werkstätte : die Schutzmarken, Rosenmarke und Wortmarke

Stätte  von  Leopold  Forstner  (Abb.  66-70,  S.  88-89)  war  in  einzelnen  Fällen  an  denselben
Projekten  wie  die  Wiener  Werkstätte  beteiligt  (wie  an  dem  bereits  erwähnten  Palais
Stoclet  in  Brüssel),  und  auch  bei  Forstners  Firmensignets  dominieren  die  Buchstaben
W  und  M,  zu  denen  das  rahmende  G  (für  Glasmalerei)  kam  (Abb.  70,  S.  89).
Wie  aus  einer  von  Maria  Likarz  entworfenen  Geschäftskarte  hervorgeht,  setzt  sich  das
Signet  der  „Wiener  Modell-Werkstätte“  von  Grete  Merklinghaus  (Abb.  71,  S.  89)  ebenfalls ­
  aus  den  Buchstaben  W  und  M  zusammen,  wenn  auch  in  Kleinschrift,  und  aus  den
Initialen  von  Max  Welz  entstand  dessen  Firmenmonogramm  (Abb.  72,  73;  S.  90,  91).
Erwähnenswert  ist  die  Kombination  von  V  und  W  auf  Stoffen  vor  allem  deshalb,  weil  sie
teilweise  auf  Wiener  Werkstätte-Musterkarten  Vorkommen  (Abb.  74,  75;  S.  92,  93).  Ob
dieses  VW-  Monogramm,  das  dem  WW-Monogramm  sehr  ähnelt,  mit  der  Firma  Wilhelm
Vogel  in  Chemnitz,  die  für  die  Wiener  Werkstätte  arbeitete,  zu  identifizieren  ist,  läßt  sich
zwar  vermuten,  nicht  aber  mit  Gewißheit  sagen.
Auch  ein  auf  Keramiken  häufig  vorkommendes,  bisher  noch  nicht  gedeutetes  Zeichen,
bei  dem  zwei  übereinander  angeordnete  W  von  zwei  spiegelbildlich  angeordneten  K  gerahmt ­
  werden,  bringt  man  von  Zeit  zu  Zeit  mit  der  Wiener  Werkstätte  in  Zusammenhang.
Es  entspringt  natürlich  einem  gewissen  Wunschdenken,  alle  ein  W  enthaltenden  Marken
in  die  Nähe  der  Wiener  Werkstätte  zu  rücken.  Wie  stark  die  Assoziationen  jeder  Marke,
die  ein  WW-Monogramm  enthält,  mit  der  Wiener  Werkstätte  sind,  beweist  eine  Metallschale ­
  mit  Glaseinsatz  (Abb.  76,  S.  95).  Sie  trägt  unter  dem  Mundrand  der  Metallschale
eine  Marke  (Abb.  77,  S.95),  die  neben  den  Buchstaben  IK(?)  oben  auch  ein  WW  (unten)
enthält.  Dieses  Objekt  sei  nur  als  Beleg  für  mißverständliche  Deutungen  genannt.  Metallobjekte ­
  ähnlicher  Ausführung,  meist  unsigniert,  sind  inzwischen  in  größerer  Zahl  aufgetreten; ­
  es  ist  nicht  auszuschließen,  daß  sie  nachträglich  mit  WW-ähnlichen  Marken
signiert  wurden  bzw.  werden.
Eine  Marke  WWS  (Abb.  71,  S.  98)  wird  vom  Zentral-Marken-  Anzeiger  für  das  Jahr  1932
(Wien  1933,  S.  243)  abgebildet  -  sie  betrifft  eine  Metallwarenfirma.
Die  Buchstaben  WMW  werden  zu  einer  Marke  für  die  „Wiener  Metallwerk  GesmbH“  zusammengefügt ­
  (ZMA  für  das  Jahr  1921,  Wien  1922,  S.  18)  und  wenig  später  mit  Sternchen ­
  ergänzt  (ZMA  für  das  Jahr  1921,  Wien  1922,  S.  255).  Da  gerade  bei  Metallobjekten
eine  Verwechslungsgefahr  verschiedenster  Kennzeichnungen  mit  Wiener-Werkstätte-Marken
  besteht,  sei  die  Firmengeschichte  der  Wiener  Metallwerk  GesmbH  kurz  gestreift. ­
  Durch  die  Handelsregistervermerke  sind  wir  über  dieses  Firma  relativ  gut  informiert. ­

Basierend  auf  einem  Gesellschaftsvertrag  vom  27.  September  1920  wurde  die  „Wiener
Metallwerk  Gesellschaft  m.b.H.“  am  3.  November  1920  unter  Nr.  40/1  ins  Wiener  Handelsregister ­
  eingetragen  (HR  C  46/119).In  der  Spalte  „Gegenstand  des  Unternehmens
sind  angegeben:
„a)  Der  Ankauf,  die  Verarbeitung  und  die  Veredlung  von  Metallen,
b)  die  fabriksmäßige  Erzeugung  aller  Arten  von  Waren  aus  Metall,  insbesondere  die  Erzeugung ­
  von  Wiener  Metallgalanteriewaren,
Solche  Erzeugnisse  könnten,  mit  einer  Marke  versehen,  die  jenen  der  Wiener  Werkstätte ­
  ähnelte,  mit  Erzeugnissen  der  Wiener  Werkstätte  verwechselt  werden.
Am  22.  Februar  1927  scheint  bereits  die  „Wiener  Metallwerk  Gesellschaft  m.  b.  H.  in  Liquidation“ ­
  auf  (Liquidator  Alexander  Fritz  Schüller),  am  21.  Dezember  1927  wird  die
Firma  gelöscht.
Weitere  Marken,  die  schon  des  öfteren  irrtümlicherweise  zur  Annahme  geführt  haben,
sie  stünden  mit  der  Wiener  Werkstätte  in  Zusammenhang,  sind  in  den  Abbildungen
78-88  (S.  97)  und  90-102  (S.  99)  wiedergegeben.

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