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MAK

Full text : Loetz Austria 1900

1896

Privilegium  Nr.  46/755:
Verfahren  um  Glasgegenstände  auf  ihrer  Oberfläche  durch
Überspinnen  mit  Verzierungen  zu
versehen
von
Max  Ritter  von  Spaun  in  Klostermühle,  Bergreichenstein,
Böhmen.

Vorliegende  Erfindung  betrifft  ein  Verfahren  zur  Oberflächenverzierung  von  Glasgegenständen, ­
  durch  welches  die  letzteren  das  Aussehen  des  venetianischen  Fadenglases  erhalten,
dessen  Verzierungen  bekanntlich  durch  Auflegen  von  Glasstäben  auf  die  vorgeblasenen
Glasposten  oder  fertigen  Gegenstände  erzielt  werden.
Dieses  Verfahren,  durch  welches  die  Herstellung  derartig  verzierter  Glasgegenstände  viel  genauer ­
  und  gleichmässiger,  gleichzeitig  aber  mit  wesentlich  geringeren  Kosten-  und  Zeitaufwand ­
  durchführbar  wird,  besteht  in  Folgendem:
Nachdem  die  zum  Ausblasen  des  Gegenstandes  erforderliche  Glasmasse  auf  die  Pfeife  aufgenommen ­
  ist,  wird  dieselbe  in  eine  Form  eingeblasen,  in  welcher  die  Verzierungen,  die  der
anzufertigende  Gegenstand  erhalten  soll,  erhaben  bezw.  vertieft  gearbeitet  sind.  Der  auf
diese  Weise  vorgeblasene  Glasposten  wird  nun  auf  seiner  ganzen  Oberfläche  oder  auf  demjenigen ­
  Theil  derselben,  welcher  mit  Verzierungen  versehen  werden  soll,  mit  Emailglas  oder
anderem  färbigen  Glase  gleichmässig  übersponnen,  was  in  üblicherweise  auf  der  Spinnmaschine ­
  geschieht.
Die  Glasfäden  liegen  selbstverständlich  nur  auf  den  erhabenen  oder  vorspringenden  Theilen
der  Verzierungen  auf,  zwischen  denselben  liegen  sie  dagegen  hohl.  Diese  hohlliegenden  Fadentheile
  werden  durchgeschnitten,  abgestossen  oder  abgesprengt,  und  hierauf  die  auf  dem
vorgeblasenen  Ornament  anhaftenden  Reste  der  dicht  nebeneinander  liegenden  Glasfäden
auf  den  Glasgegenstand  eingebrannt,  worauf  die  weitere  Ausarbeitung  des  letzteren  in  der
üblichen  Art  und  Weise  erfolgt.
Die  nach  diesem  Verfahren  hergestellten  Glasgegenstände  zeigen  eine  Verzierung,  welche
an  den  erhabenen  Stellen  aus  Email-  oder  anders  gefärbten  Glase  besteht,  und  in  verschiedenartigster ­
  Weise  je  nach  Wahl  des  vorgeblasenen  Ornamentes  und  der  Art  und  Farbe  des
zum  Überspinnen  verwendeten  Glases  ausgeführt  sein  kann.
Die  beiliegenden  Muster  zeigen  beispielsweise  Glasgegenstände  mit  nach  diesem  Verfahren
hergestellten  Streifen,  zu  welchem  Zwecke  die  für  das  Vorblasen  benützte  Form  mit  Rippen
versehen  sein  muss.
Neu  und  Gegenstand  des  Privilegiums  ist:
1/.  Verfahren  zur  Herstellung  von  Oberflächenverzierungen  auf  Glasgegenständen,  darin  bestehend, ­
  dass  die  Glasmasse  in  eine  mit  den  Verzierungen  versehene  Form  eingeblasen  und
der  derart  vorgeblasene  Gegenstand  mit  Email-  oder  anders  gefärbtem  Glase  gleichmässig
auf  der  ganzen  zu  verzierenden  Oberfläche  übersponnen  wird,  worauf  die  hohl  liegenden
Theile  der  Glasfäden  entfernt  und  die  an  den  erhabenen  Stellen  der  Verzierung  anhaftenden
Theile  dieser  Fäden  eingebrannt  werden.
2).  Als  neues  Industrieproduct  Glasgegenstände  mit  nach  dem  unter  1/.  angegebenen  Verfahren ­
  hergestellten  Oberflächenverzierungen.
Wien,  10.  Januar  1896  DER  BEVOLLMÄCHTIGTE  H.  Palm  (Michalecki  &  Co.)

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