Als Freund und Kollege von Robert Haas in der Cooper Union ist es für mich
ein Bedürfnis zu berichten, was für ihn vielleicht schwer zu sagen wäre. Mit
der Zeit haben ihn seine besonderen Fähigkeiten zu einem erfolgreichen
Lehrer von Kalligraphie, Typographie und Buchkunst gemacht. Seine Art
zu Lehren hat Lebendigkeit und Interesse in jedem seiner Schüler erweckt.
Er selbst war in Kalligraphie Schüler von Rudolf von Larisch in Wien, der
heute als der größte Lehrer in diesem Fach in Europa gilt, und dessen Motto
„Schrift kommt vom Schreiben“ der westlichen Welt gezeigt hat, daß die
Type als geformte Entwicklung der geschriebenen Buchstaben anzu
sehen ist.
Robert Haas hat weitreichende Erfahrung in der Druckkunst und ist
mit seinen Arbeiten für die führenden Kunstgalerien New Yorks ebenso
bekannt geworden wie auch durch seine achtjährige Tätigkeit als Drucker
für das Guggenheim Museum unter der Direktion von James Johnson
Sweeney. Die lange Zeit, in der Robert Haas „Instructor“ und Professor in
Schrift und Typographie an der Cooper Union war, brachtejenem, der Wie
ner Kunstgewerbeschule vergleichbaren Institut, eine Vorzugsstellung
unter den amerikanischen Kunstschulen. Haas hat drei Typen entworfen,
eine davon für Stanley Morison, den weltberühmten typographischen
Ratgeber der Monotype Company von London.
So viel hinsichtlich seiner Arbeiten. Der Rest ist entferntvon einfachen Wor
ten und es ist nur nötig, sein differenziertes Werk zu betrachten. Dieses
zeigt, wieviel Fähigkeit, Geschmack und Anpassung er seinen Schülern
bieten kann, in einer Zeit, wo Lehrer allzu oft Weite und Vielseitigkeit
entbehren, die doch so nötig ist.
Paul Standard, Professor emeritus der Cooper Union, „the great Old Man“
unter den amerikanischen Kalligraphen über Robert Haas:
8