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Full text: Das Kaiserlich Königliche Österreichische Museum und die Kunstgewerbeschule - Festschrift bei Gelegenheit der Weltausstellung in Wien, Mai 1873

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des Unterrichts und der Finanzen auf den Jahresbetrag von 220 fl. 
erhöht und in ein Stipendium für einen Zögling der Kunstgewerbe 
schule verwandelt, welcher Porcellanmaler oder Porcellanmodelleur 
werden will. 
Die n. ö. Handels- und Gewerbekammer gründete ein Stipen 
dium von 3oo fl. jährlich vorzugsweis zu Gunsten solcher Schüler, 
welche aus der Sphäre der Gewerbe an die Kunstgewerbeschule 
herantreten. 
In letzter Zeit wurden auf den Antrag der von den Ministerien 
für Handel und für Cultus und Unterricht eingesetzten ständigen 
Commission für das Gewerb Schulwesen noch verschiedene Stipen 
dien für besondere Industrien gestiftet: drei für Zöglinge der erz- 
gebirgischen Spitzenindustrie, zwei im Interesse der Stickerei und 
Kattundruckerei in Vorarlberg, zwei für Holzschneider, drei für 
Zöglinge, welche von dem Sechshauser Handels- und Gewerbe 
verein vorgeschlagen wurden, endlich verschiedene Specialstipen 
dien für Zeichner, Holzbildhauer etc., welche bestimmt sind, die 
Leitung von Fachschulen zu übernehmen. 
Wurde auf solche Weise talentvollen jungen Leuten aus allen 
Theilen des Reiches die Möglichkeit eröffnet, sich an der Kunst 
gewerbeschule auszubilden, und verringerte sich andererseits die 
Ungleichheit in der Vorbildung allmählich, je mehr Zöglinge der 
Vorbereitungsschule in die Fachschulen zugelassen werden konnten, 
so bereitete bald und bereitet heute noch der Andrang Lern 
begieriger, der ausser Verhältniss zu dem vorhandenen Raume 
steht, nicht geringe Schwierigkeiten. Im Laufe des ersten Jahres 
steigerte sich die Schülerzahl von 5o auf 78, im folgenden auf 
120 und in dieser Progression fort. Im Jahre 1870/71 zählte die 
Vorbereitungsschule schon 10g Schüler und die Zahl der Schüle 
rinnen, sechs bei Eröffnung der Anstalt, verdreh und vervierfachte 
sich rasch — und alles das, obgleich vom zweiten Jahre an eine 
viel grössere Strenge bei der Aufnahme beobachtet und nament 
lich alle jene Bewerber zurückgewiesen wurden, welche nicht aus 
drücklich die Absicht kundgaben, das Erlernte für Zwecke des 
Kunstgewerbes zu verwenden. Die eine Folge dieses Andrangs 
war, dass nicht allein die provisorischen Schulräume in der Ge 
wehrfabrik, sondern auch die im Erdgeschosse, im ersten und 
zweiten Stocke des neuen Museumsgebäudes der Schule zugewie 
senen Localitäten bei ökonomischester Ausbeutung doch sehr bald 
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