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Full text: Das Kaiserlich Königliche Österreichische Museum und die Kunstgewerbeschule - Festschrift bei Gelegenheit der Weltausstellung in Wien, Mai 1873

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An dieser Ausstellung betheiligte sich in erster Reihe natürlich 
Wien, doch war keines von den Ländern der diesseitigen Reichs 
hälfte unvertreten. 
In dem Säulenhofe waren grössere plastische Gegenstände, 
Brunnenfiguren, ein Altar u. a. m. aufgestellt. 
Saal I war in drei Zimmer abgetheilt; das erste diente zur 
Ausstellung von Möbelstoffen und gewebten Tapeten, das zweite 
war als Herrenzimmer, das dritte als Boudoir —- beide nach Ent 
würfen des Prof. Josef Storck — eingerichtet. Sämmtliche Stoffe 
in diesem Saale hatte die Fabrik von Phil. Haas & Söhne in Wien 
geliefert. 
In dem zweiten Saale waren Metallarbeiten aller Art und ein 
schliesslich der Bijouterien und jener „Galanteriewaaren“, bei 
welchen Bronze in Verbindung mit Holz, Leder, Email u. s. w. 
zur Anwendung kommt, ausgestellt. 
Der dritte Saal war der kleinen Plastik in Holz, Bein, Thon 
etc., den Bucheinbänden, Proben graphischer Künste und ver 
wandten Zweigen eingeräumt. 
Der vierte (Oberlicht-) Saal, vollständig mit Teppichen behängen, 
war ausgezeichnet durch diejenigen Gegenstände, deren Ausführung 
Se. Maj. der Kaiser für diese Ausstellung anbefohlen hatte: Ein 
Tafelaufsatz in Bronze von A. Planusch, ein Schmuckschrank mit 
Holzintarsia von fr. Michel, ein Trink- und Dessertservice, in der 
Art der Bergkristallgefässe geschliffen, von L. Lobmeyr, eine Tisch 
decke mit farbiger Bordüre von A. Küfferle, ein Hintergrund für 
den Thronsessel von C. Giani und eine eiserne Cassette mit 
Tauschirung und von einem Holzcabinet umschlossen, von Wichers 
und Rat\ersdorfer. Die Zeichnungen zu allen diesen Gegenständen 
waren von den Professoren der Kunstgewerbeschule 0. König, 
J. Laufberger, J. Storck, V. Teirich entworfen, Schüler der Anstalt 
waren bei der Ausführung verschiedentlich thätig gewesen. Hier 
hatten ausserdem Gegenstände der Zimmereinrichtung, Möbel, 
Tapezir- und Posamentirarbeiten, Oefen, Camine u. a. m. Platz 
gefunden. 
Der fünfte Saal war abermals in Zimmer abgetheilt, und zwar 
hatte die Firma Schmidt & Sugg ein vollständiges Wohnzimmer 
im Styl der deutschen Renaissance, Jran\ Schönthaler ein billiges 
Wohnzimmer hergestellt.
	        
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