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II. Gründung der Schule.
chon im Jahre 1865, also bald
nach der Eröffnung des Museums,
beantragte die niederösterreichische
Handels- und Geiverbekammer bei
dem damaligen Staatsministerium
die Gründung einer mit dem Museum
in Verbindung stehenden Kunstgewerbeschule.
Das Ministerium
forderte das Museum auf, in dieser
Richtung Vorschläge zu erstatten,
welchem Aufträge am 3. März 1866
in einer eigenen Denkschrift entsprochen
wurde.
Nach Recapitulirung der Umstände, welche zur Gründung des
Oesterreichischen Museums geführt hatten, und Betonung des
erfreulichen Einflusses dieses Instituts sagt die Denkschrift:
„Die Wirksamkeit des Oesterreichischen Museums ist jedoch an und für
sich noch nicht hinreichend, die Bedürfnisse der Industrie in der angedeuteten
Richtung zu befriedigen und eine längst fühlbare Lücke im Unterrichtswesen
auszufüllen.
Das Museum ist berufen, das Verständniss zu wecken; es soll den richtigen
Geschmack verbreiten und nach Bedürfniss für Schulen und Fabriken die
Materialien zur Lehre der Nachbildung liefern. Aber einerseits reicht die Wirksamkeit
des Museums, ungeachtet seiner Filialausstellungen in verschiedenen
Reichstheilen, nicht weit genug und nicht gleichzeitig überall hin; andererseits
liegt es überhaupt nicht in seiner Macht, die Hand zu bilden und den Erfindungsgeist
zu üben. Und darauf kömmt es doch wesentlich an, dass dasjenige,
was im Museum und mit Hilfe desselben gelernt wird, in der heimischen Kunstindustrie
zu selbstständiger und wahrhaft neuer Verwerthung gelangt. Das
Museum wird die beabsichtigte Wirkung nie vollständig hervorbringen, wenn
ihm nicht eine Schule zur Seite steht, welche direct die Kunstrichtung des