von welchen zwei Drittel venezianifchen, ein Drittel deutlichen und böhmifchen Ur-
Sprungs (16. bis 18. Jahrhundert) waren. Unter den Venezianer Gläfern waren leichte,
graziöfe Pokale, Flügelgläfer und zierliche flache Schalen ftark vertreten, während vor
zügliche grüne Humpen mit Emailmalerei die deutfche und gefchliffene und gefchnittene
Kriftallgläfer die böhmifche und fchlefifche Fabrikation vertraten. Diefe drei Gruppen
möglich!! zu bereichern und zu vervolllfändigen, bildete die Hauptaufgabe auch für die
nächlten Jahre. Ebenfalls 1867 hatte das Mufeum durch den Generalkonful v. Walcher
in Jerufalem Gelegenheit, moderne orientalifche Glasarbeiten zu erwerben, die zum Teil
wegen ihreroriginellenForm nichtunintereffant find. 1869 erfolgte eine größereErwerbung
von Gläfern aus dem Stifte St. Peter in Salzburg, und zwar emaillierte deutfche Humpen
und andere deutfche Gläfer des 17. Jahrhunderts, prächtige Venezianer Glasarbeiten
und böhmifche gefchnittene Pokale des 18. Jahrhunderts. Als hervorragendftes Stück
ein Haller Pokal in Trichterform mit Goldranken und dem Wappen des Erzbifchofs
Matthias Lang von Salzburg (1509 bis 1540), das ältelle bekannte Erzeugnis der Haller
Glashütte. Drei weitere Haller Gläfer ergänzten in den folgenden Jahren die Repräfen-
tation diefer interefTanten Gattung. Im Jahre 1870 erfuhr dieSammlung durch einGefchenk
Seiner kaiserlichen Hoheit des durchlauchtigllen Herrn Erzherzogs Rainer eine wertvolle
Bereicherung. Es ilt dies eine bunt emaillierte und in Gold dekorierte arabifche Mofcheen-
ampel des 16. Jahrhunderts, ln den folgenden Jahren ergänzten einzelne wertvolle
Erwerbungen und Gefchenke ununterbrochen die eine oder andere Gruppe, fo daß bis
um die Mitte der Achtzigerjahre die ganze Sammlung im wefentlichen auf ihren heutigen
Stand gebracht war. Befonders die Kollektion der venezianifchen Gläfer konnte bei der
Seltenheit im Handel vorkommender bedeutender Stücke nach 18 85 nur wenige nennens
werte Neuerwerbungen verzeichnen. Nur fchwach vertreten find die venezianifchen Gläfer
mit Emailmalerei und auch von den an der Unterfeite mit kalten Farben bemalten
Gläfern des 16. Jahrhunderts enthält die Sammlung nur ein Stück. Desgleichen kommt
das Aventuringlas nicht genügend zur Geltung. Dagegen gelangen die zahlreichen
Formen der Trinkgläfer und Flügelgläfer in feltener Vollftändigkeit zur Anfchauung und
ebenfo find zahlreiche Beifpiele von Fadenglasarbeiten und von gerilfenen Gläfern in
allerlei Varianten vorhanden.
Die Weltausftellungen der Jahre 1867, 1873 und 1878 hatten Gelegenheit geboten,
durch Beifpiele moderner venezianifcher Glasarbeiten manche Technik und Dekorations
weife zur Anfchauung zu bringen, die in alten Originalen nicht vorhanden war. Von
diefen Erzeugniflen konnte vieles, das inzwifchen in echten Stücken erworben wurde,
im Laufe der Jahre ausgefchieden werden, fo daß von der urfprünglich etwa dreimal fo
großen Zahl derartiger Imitationen nur mehr 50 Stücke in einem gefonderten Schranke
ausgeftellt find.
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