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MAK

Full text : Das Kaiserlich Königliche Österreichische Museum für Kunst und Industrie, 1864 - 1914

bundenen  Kunftgewerbefchule  wirkten,  Arbeiten,  die  dann  teilweife  auch  in  den  Befitj
des  Mufeums  übergingen.
ln  das  Jahr  1895  fällt  die  Erwerbung  eines  reizenden  Mahagonifchreibtifchchens
im  Biedermeierltil,  von  dem  Wiener  Tifchler  Holl  verfertigt,  mit  kleinen  Landfchaften
von  Wiegand.
ln  der  Zeit  von  1897  —  1909  wurde  eine  Reihe  von  Erwerbungen  für  die  Sammlung
hiltorifcher  Möbel  gemacht,  darunter  eine  Kollektion  franzöfifcher  Rahmen  des  18.  Jahrhunderts ­
  in  Paris  (1898),  ferner  das  Getäfel  und  eine  Truhe  aus  einer  Stube  in  Prut^
in  Tirol  aus  dem  17.  Jahrhundert,  und  eine  Anzahl  holländifcher  Möbel  des  18.  Jahrhunderts. ­
  Im  Jahre  1906  wurden  zwei  fehr  fchöne  Empirewandtifche  mit  Bronzebefchlägen
  und  eine  Garnitur  aus  der  Mitte  des  18.  Jahrhunderts  mit  geflickten  Sit$en
und  Lehnen  in  gros  point  erworben.
Zu  Ende  der  Heunzigerjahre  ging  man  im  Öflerreichifchen  Mufeum  daran,  das
Publikum  mit  den  Erzeugniffen  des  englifchen  Kunltgewerbes  mehr  bekannt  zu
machen.  Im  k.  k.  Öllerreichifchen  Handelsmufeum  war  fchon  eine  große  Anzahl  von
Kopien  nach  guten  englifchen  Originalen,  die  in  England  verfertigt  worden  waren,
angekauft  worden.  Mit  der  Übernahme  der  kunllgewerblichen  Sammlungen  des
Handelsmufeums  kamen  nun  auch  diefe  Kopien  an  das  Mufeum,  ebenfo  wie  die
Kollektion  oftafiatifchen  Kunltgewerbes,  die  zum  großen  Teile,  infoferne  die  Stücke
für  die  Einzelfammlungen  wichtig  waren,  diefen  einverleibt  wurde.  Die  übrigen
Objekte  erhielten  eine  gefchlolfene  Aufltellung  in  den  Räumen  des  zweiten  Stockwerkes ­
  des  Mufeums.  Die  Sammlung  englifcher  Kopien  wurde  im  Laufe  der  Zeit
durch  wiederholte  Ankäufe  in  England  vermehrt.
Auch  eine  Sammlung  von  Wanderausftellungsobjekten  wurde  angelegt,  die  als
Mufterobjekte  für  die  Kunftgewerbetreibenden  in  den  Hauptftädten  der  Kronländer
ausgeftellt  werden.  Die  Sammlung  befteht  aus  Kopien  älterer  Arbeiten  und  aus  guten
Leillungen  moderner  Kunllhandwerker  und  ilt  ausfchließlich  für  den  Zweck  beftimmt,
in  der  Provinz  als  Vorbilder  Einfluß  zu  üben.
Auf  der  Parifer  Weltausftellung  im  Jahre  1900  follte  eine  Reihe  hervorragender
Arbeiten  des  öllerreichifchen  Kunltgewerbes  und  der  Fachfchulen  ausgeftellt  werden,
um  die  Leillungen  diefer  Anftalten  vorzuführen.  Zu  diefem  Zwecke  wurde  von  den
Fachfchulen  eine  Reihe  von  Kopien  nach  öllerreichifchen  Originalen  angefertigt,
die  nach  dem  Ende  der  Weltausftellung  in  den  Befit^  des  Öllerreichifchen  Mufeums
übergingen.  Es  find  dies  ein  gotifches  Zimmer  aus  Burg  Reiffenftein,  ein  Renaiffanceraum
  aus  Schloß  Velthurns,  ein  Teil  des  Maria-Therefien-Zimmers  aus  Schönbrunn
und  ein  Empireraum  aus  dem  Palais  des  Minifteriums  für  Kultus  und  Unterricht.
Zu  diefen  Interieurs  wurden  dann  noch  einige  Räume  aus  den  Winterausftellungen

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