bundenen Kunftgewerbefchule wirkten, Arbeiten, die dann teilweife auch in den Befitj
des Mufeums übergingen.
ln das Jahr 1895 fällt die Erwerbung eines reizenden Mahagonifchreibtifchchens
im Biedermeierltil, von dem Wiener Tifchler Holl verfertigt, mit kleinen Landfchaften
von Wiegand.
ln der Zeit von 1897 — 1909 wurde eine Reihe von Erwerbungen für die Sammlung
hiltorifcher Möbel gemacht, darunter eine Kollektion franzöfifcher Rahmen des 18. Jahrhunderts
in Paris (1898), ferner das Getäfel und eine Truhe aus einer Stube in Prut^
in Tirol aus dem 17. Jahrhundert, und eine Anzahl holländifcher Möbel des 18. Jahrhunderts.
Im Jahre 1906 wurden zwei fehr fchöne Empirewandtifche mit Bronzebefchlägen
und eine Garnitur aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit geflickten Sit$en
und Lehnen in gros point erworben.
Zu Ende der Heunzigerjahre ging man im Öflerreichifchen Mufeum daran, das
Publikum mit den Erzeugniffen des englifchen Kunltgewerbes mehr bekannt zu
machen. Im k. k. Öllerreichifchen Handelsmufeum war fchon eine große Anzahl von
Kopien nach guten englifchen Originalen, die in England verfertigt worden waren,
angekauft worden. Mit der Übernahme der kunllgewerblichen Sammlungen des
Handelsmufeums kamen nun auch diefe Kopien an das Mufeum, ebenfo wie die
Kollektion oftafiatifchen Kunltgewerbes, die zum großen Teile, infoferne die Stücke
für die Einzelfammlungen wichtig waren, diefen einverleibt wurde. Die übrigen
Objekte erhielten eine gefchlolfene Aufltellung in den Räumen des zweiten Stockwerkes
des Mufeums. Die Sammlung englifcher Kopien wurde im Laufe der Zeit
durch wiederholte Ankäufe in England vermehrt.
Auch eine Sammlung von Wanderausftellungsobjekten wurde angelegt, die als
Mufterobjekte für die Kunftgewerbetreibenden in den Hauptftädten der Kronländer
ausgeftellt werden. Die Sammlung befteht aus Kopien älterer Arbeiten und aus guten
Leillungen moderner Kunllhandwerker und ilt ausfchließlich für den Zweck beftimmt,
in der Provinz als Vorbilder Einfluß zu üben.
Auf der Parifer Weltausftellung im Jahre 1900 follte eine Reihe hervorragender
Arbeiten des öllerreichifchen Kunltgewerbes und der Fachfchulen ausgeftellt werden,
um die Leillungen diefer Anftalten vorzuführen. Zu diefem Zwecke wurde von den
Fachfchulen eine Reihe von Kopien nach öllerreichifchen Originalen angefertigt,
die nach dem Ende der Weltausftellung in den Befit^ des Öllerreichifchen Mufeums
übergingen. Es find dies ein gotifches Zimmer aus Burg Reiffenftein, ein Renaiffanceraum
aus Schloß Velthurns, ein Teil des Maria-Therefien-Zimmers aus Schönbrunn
und ein Empireraum aus dem Palais des Minifteriums für Kultus und Unterricht.
Zu diefen Interieurs wurden dann noch einige Räume aus den Winterausftellungen
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