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MAK

Full text : Das Kaiserlich Königliche Österreichische Museum für Kunst und Industrie, 1864 - 1914

ftehend,  die  Hände  am  Rücken  gebunden,  eine  Rundfigur  und  ein  Relief:  Chriftus
nach  der  Geißelung,  alle  drei  Arbeiten  von  hervorragender  Technik.  Zu  den  bedeutendften
  Stücken  diefer  Sammlung  gehört  ein  Becher,  der  aus  dem  Hachlatfe  der  Frau
Hofrätin  Walter  dem  Mufeum  gefchenkt  wurde  und  bacchantische  Szenen  in  reicher
Relieffchni^erei  aufweilf,  aus  dem  17.  Jahrhundert,  Sowie  ein  Pulverhorn  aus  Holz  mit
Jagdfzenen  in  Elfenbein  und  Perlmuttereinlagen  aus  dem  Anfänge  des  18.  Jahrhunderts.
Beide  Stücke  find  im  Beginne  der  Achtzigerjahre  in  das  Mufeum  gekommen.
Von  den  Kalfetten  aus  Elfenbein  mögen  noch  zwei  erwähnt  werden,  eine  mit
den  fünf  Sinnen,  allegorifche  Figuren,  in  Malerei  gefchmückt,  aus  dem  17.  Jahrhundert,
und  eine  mit  Blumendekor  in  gefchwärzter  Gravierung  aus  der  Mitte  des  18.  Jahrhunderts. ­
  Mit  einer  ähnlichen  Gravierung  ilt  ein  kleiner  Deckelbecher  aus  dem  16.  Jahrhundert ­
  verfehen,  der  allegorifche  Darftellungen  zeigt  und  1896  für  das  Mufeum  gekauft
wurde.  Ein  Becher  mit  ornamentalen  Gravierungen  in  Schwarz  aus  dem  16.  Jahrhundert ­
  wurde  im  Jahre  1896  erworben.  Der  Technik  wegen  befonders  interelfant
find  die  »pafficht«  gedrehten  Elfenbeinbecher,  von  denen  (ich  aus  dem  Ende  des
17.  und  Anfang  des  18.  Jahrhunderts  eine  ganze  Kollektion  in  der  Sammlung  befindet.
Auf  der  Auktion  Lanna  wurde  eine  Laute,  die  mit  Elfenbein  belegt  und  mit  Jagdfzenen ­
  und  mythologischen  Darftellungen  in  Gravierung  verziert  ift,  gekauft.  Sie
trägt  die  Signatur:  »Heinrich  Kramer,  Lautten-  und  Geigenmacher  in  Wienn.  1715.«
Die  Sammlung  von  Wachsgegenftänden  ift  ihrer  Anzahl  nach  Sehr  klein,  weift
aber  einige  Stücke  von  hervorragender  Bedeutung  auf.  So  gelang  es  im  Jahre  1875,
eine  Serie  von  deutlchen  Wachsporträts  aus  dem  17.  Jahrhundert  zu  erwerben,  die
Augsburger  Persönlichkeiten  vorftellen,  wie  z.  B.  das  Bild  eines  Fugger  und  ein  Solches
einer  Fuggerin  aus  dem  Jahre  1615,  oder  das  Porträtmedaillon  des  Augsburgers
Johann  Manlich  von  dem  Bildhauer  Alexander  Abbondio  aus  dem  Jahre  1615,  oder
das  Bildnis  des  Augsburgers  Kafpar  Ehrhardt  aus  dem  Jahre  1619.  Aus  der  Wiener
Porzellanfabrik  wurde  gleich  nach  ihrer  Aufhebung  eine  große  Anzahl  von  Wachsmodellen ­
  übernommen.  Unter  diefen  find  zahlreiche  Reliefs  von  außerordentlicher
Feinheit,  z.  B.  eine  mufizierende  Frau  von  Graffi,  oder  die  Profilbilder  der  drei  Kaifer
in  Wachs  auf  einer  Schiefertafel  um  1815,  Bacchantenfzenen,  Kentaurenkämpfe  und
vieles  andere.  Auch  eine  Sammlung  von  Wachsfiguren  wurde  von  der  Porzellanfabrik
dem  Mufeum  überwiefen.
Außer  diefen  Stücken  find  noch  einige  im  Laufe  der  Jahre  gekauft  worden,  So
die  farbige  Wachsftatuette  eines  Bacchus,  italienischer  Herkunft  des  16.  Jahrhunderts,
ein  Gelchenk  des  Bildhauers  Rappel  (1876),  und  eine  Statuette  Kaifer  Jofef  11.  in
Wachs,  eine  Arbeit  von  J.  Zauner,  von  dem  auch  das  Original  des  Genius  Bornii
fich  in  der  Sammlung  des  Mufeums  befindet.

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