ftehend, die Hände am Rücken gebunden, eine Rundfigur und ein Relief: Chriftus
nach der Geißelung, alle drei Arbeiten von hervorragender Technik. Zu den bedeutendften
Stücken diefer Sammlung gehört ein Becher, der aus dem Hachlatfe der Frau
Hofrätin Walter dem Mufeum gefchenkt wurde und bacchantische Szenen in reicher
Relieffchni^erei aufweilf, aus dem 17. Jahrhundert, Sowie ein Pulverhorn aus Holz mit
Jagdfzenen in Elfenbein und Perlmuttereinlagen aus dem Anfänge des 18. Jahrhunderts.
Beide Stücke find im Beginne der Achtzigerjahre in das Mufeum gekommen.
Von den Kalfetten aus Elfenbein mögen noch zwei erwähnt werden, eine mit
den fünf Sinnen, allegorifche Figuren, in Malerei gefchmückt, aus dem 17. Jahrhundert,
und eine mit Blumendekor in gefchwärzter Gravierung aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.
Mit einer ähnlichen Gravierung ilt ein kleiner Deckelbecher aus dem 16. Jahrhundert
verfehen, der allegorifche Darftellungen zeigt und 1896 für das Mufeum gekauft
wurde. Ein Becher mit ornamentalen Gravierungen in Schwarz aus dem 16. Jahrhundert
wurde im Jahre 1896 erworben. Der Technik wegen befonders interelfant
find die »pafficht« gedrehten Elfenbeinbecher, von denen (ich aus dem Ende des
17. und Anfang des 18. Jahrhunderts eine ganze Kollektion in der Sammlung befindet.
Auf der Auktion Lanna wurde eine Laute, die mit Elfenbein belegt und mit Jagdfzenen
und mythologischen Darftellungen in Gravierung verziert ift, gekauft. Sie
trägt die Signatur: »Heinrich Kramer, Lautten- und Geigenmacher in Wienn. 1715.«
Die Sammlung von Wachsgegenftänden ift ihrer Anzahl nach Sehr klein, weift
aber einige Stücke von hervorragender Bedeutung auf. So gelang es im Jahre 1875,
eine Serie von deutlchen Wachsporträts aus dem 17. Jahrhundert zu erwerben, die
Augsburger Persönlichkeiten vorftellen, wie z. B. das Bild eines Fugger und ein Solches
einer Fuggerin aus dem Jahre 1615, oder das Porträtmedaillon des Augsburgers
Johann Manlich von dem Bildhauer Alexander Abbondio aus dem Jahre 1615, oder
das Bildnis des Augsburgers Kafpar Ehrhardt aus dem Jahre 1619. Aus der Wiener
Porzellanfabrik wurde gleich nach ihrer Aufhebung eine große Anzahl von Wachsmodellen
übernommen. Unter diefen find zahlreiche Reliefs von außerordentlicher
Feinheit, z. B. eine mufizierende Frau von Graffi, oder die Profilbilder der drei Kaifer
in Wachs auf einer Schiefertafel um 1815, Bacchantenfzenen, Kentaurenkämpfe und
vieles andere. Auch eine Sammlung von Wachsfiguren wurde von der Porzellanfabrik
dem Mufeum überwiefen.
Außer diefen Stücken find noch einige im Laufe der Jahre gekauft worden, So
die farbige Wachsftatuette eines Bacchus, italienischer Herkunft des 16. Jahrhunderts,
ein Gelchenk des Bildhauers Rappel (1876), und eine Statuette Kaifer Jofef 11. in
Wachs, eine Arbeit von J. Zauner, von dem auch das Original des Genius Bornii
fich in der Sammlung des Mufeums befindet.
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