Eine der früheften Arbeiten der Sammlung von Gegenftänden aus Leder, die im
Jahre 1869 erworben wurden, ift ein Käftchen, in defTen Lederbezug Ornamente und
Heiligenfiguren eingefchnitten, teilweife getrieben und gemalt find, eine deutlche Arbeit
des 15. Jahrhunderts. Im Jahre 1873 wurden dann zwei Kältchen, die mit reicher Gold-
prelfung verfehen find, aus dem 18. Jahrhunderte, gekauft, im Jahre 1882 erhielt das
Mufeum von der Gemeinde Drofendorf das gotifche Futteral einer Monftranze, in
das Ornamente gelchnitten find und das mit Punzierungen verziert ift, als Gelchenk.
Seine Durchlaucht Fürft Johann von und zu Liechtenftein hat der Sammlung im
Jahre 1897 eine mit Leder überzogene Pulverflalche gewidmet, die Satyrn und einen
Greifen in gelchnittener und gepreßter Arbeit zeigt, eine italienilche Arbeit des 16. Jahr
hunderts. Auf der Auktion Lanna gelang es dem Mufeum, einen Hoftienbehälter mit
gelchnittenen und getriebenen Blattornamenten und einem Greifen, aus derfelben Zeit,
zu erwerben.
Die Sammlung von Bucheinbänden wurde fchon in den früheften Zeiten des Mufeums
begonnen.
Um nur einige der wichtigften Stücke anzuführen, feien zuerft von den italienilchen
Büchern ein »Angelo Grillo, Rime« aus dem Jahre 1689, in einem roten Maroquin
einband, genannt, der mit gepreßten und vergoldeten Ornamenten undTierdarftellungen
gelchmückt ift und im Jahre 1877 erworben wurde.
ln demfelben Jahre kam dann ein Band mit Gedichten des Arioft aus dem Jahre
1545, in rotem Ledereinband mit wundervollen Goldranken und Ornamenten aus der
zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, in die Sammlung und ein Pergamentmanufkript
aus dem Jahre 1675, in einem Einbande mit zartem, goldenem Rankenornament in
geometrifchen Feldern. 1889 wurde eine Ausgabe des Vafari aus dem Jahre 1647,
in einem Bande mit zartem Goldfpi^enornament und dem Wappen der Medici, im
Jahre 1895 ein hervorragendes Buch: M. Fabii Quintiliani lnstitutionum Oratorarium
libri Xll. (1522), in einem Einbande von Maioli, erworben. Es find auf braunem Leder
filberne goldkonturierte Bänder Verfehlungen. Im felben Jahre wurde ein veneziani-
Icher Einband mit ReliefprefTung von Ornamenten, in deren Feldern (chwarzes Ranken
werk auf teils goldenem, teils rotem und blauem Grunde gezeichnet ift, und ein
Kalblederband mit gepreßten, vergoldeten und bemalten Ornamenten, Blumen, Vögeln
und Figuren, eine Pergamenthandfchrift des Rates von Venedig, Antonio di Cavalli,
auf dem Einbande mit der Jahreszahl 1597 bezeichnet, gekauft.
Von franzöfilchen Einbänden wurde 1868 eine Bibel, von La Rochelle gedruckt
1616, mit rotbraunem Kalbledereinband mit Rautenornamenten in Goldprelfung, und
ein Band »Raison d’Architecture antique«, gedruckt Paris 1539, mit hellbraunem
Leder mit goldgeränderten Ranken in Grün, Rot und Weiß, aus der erften Hälfte