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MAK

Full text : Das Kaiserlich Königliche Österreichische Museum für Kunst und Industrie, 1864 - 1914

Luther,  und  1912  eine  Wiener  Monftranz  mit  prächtiger  Treibarbeit  aus  dem  Jahre
1845.  Kleinere  öfterreichifche  Silberarbeiten  aus  dem  18.  und  19.  Jahrhundert  werden
feit  der  genannten  Ausheilung  fortgefetjt  angekauft.
Unter  den  größeren  Objekten,  die  noch  zu  Goldfchmiedearbeiten  gerechnet  werden
mülfen,  ragt  ein  in  den  erften  Jahren  des  Mufeums  erworbener  mailändifcher  Prunkhelm ­
  des  16.  Jahrhunderts  und  der  dazugehörige  Schild  hervor;  am  Schild  ift  der
Raub  der  Helena,  am  Helm  die  Eroberung  Trojas  mit  reicher  Goldtaufchierung  dargeftellt.
  Zur  Anlegung  einer  WafFenfammlung  waren  diefe  beiden  Stücke  nicht  beftimmt
und  aus  naheliegenden  Gründen  hat  man  das  nie  verfucht;  fie  füllten  als  Müllerftücke
  von  Treib-  und  Taufchierarbeit  dienen.  An  verwandten  Objekten  kam  1892  ein
ungemein  reich  verziertes  Jagdgewehr,  franzöfifch,  aus  der  Mitte  des  18.  Jahrhunderts,
dazu.  Von  Ankäufen  taufchierter  Eifenarbeiten  find  hervorzuheben:  1872  eine  Renaiffanceka(fette,ein
  gefchnittenesPlättchen  mit  einerHirfchjagd,  17.  Jahrhundert;  I9i2ein
Ständer  für  fpi^enklöppelähnliche  Objekte  mit  Ornamenten  in  der  Art  des  Johann
Schniefchek,  um  1700.  —  Von  kleinen  Objekten  feien  hier  angefchlolfen:  eine  ovale
filberne  Platte,  graviert  und  geätzt,  mit  der  Darftellung  Abigails  vor  David,  figniert
Michel  le  Blon  fecit,  um  1600,  aus  der  Sammlung  Lanna;  ein  gleichartiges  Stück,  mit
Verfuchungen  Chrifti  durch  den  Teufel,  figniert  mit  dem  Monogramm  wurde
1913  erworben.
Der  Schmuckfammlung  ift  im  Jahre  1863  als  erftes  Objekt  ein  indifches  Silberarmband, ­
  eine  volkstümliche  Arbeit,  gewidmet  worden.  Die  nächften  Anfchaffungen
verraten  einen  feilen  Zug;  fie  betreffen  in  den  Jahren  1866—1871  fall  durchwegs
antike  Arbeiten,  die  durch  Vermittlung  Dr.  Helbigs  erworben  werden  konnten:  zunächd
  etruskifche  Goldfchmiedearbeiten,  ein  Halsband,  Ohrgehänge  mit  Genien,
eine  Fibel  aus  Goldfiligran;  einen  helleniftifchen  Ohrring  mit  Löwenkopf,  eine  altitalifche
  Eifenfibel  mit  Goldfiligran  aus  Benevent,  Fingerringe  aus  Cervetri.  Im  Anfchluß
  an  diefe  Originale  hat  man  eine  Reihe  von  trefflichen  Kopien  von  Caftellani
in  Rom  angekauft.  1868  ift  eine  große  merowingifche  Gürtelfchnalle,  Eifen  mit  Silber
taufchiert,  erworben  worden,  1873  ein  Armband  mit  Tierköpfen  und  Glaseinlagen
vom  Ablauf,  aus  der  Völkerwanderungszeit,  1874  zwei  kleine  fpätrömifche  Goldfibeln
mit  Glaseinlagen.  Die  antiken  Arbeiten  haben  1883  kleine  Ergänzungen  erfahren;
günftig  war  das  Jahr  1884,  das  eine  fpätrömifche  Goldkette  mit  fchwarzen  Steinen,
einen  Anhänger  in  der  Form  einer  Amphora,  zwei  Ohrgehänge  und  eine  kleine  römifche
Porträtbüfte  aus  Gold  gebracht  hat  fowie  als  Spende  des  Herrn  Ad.  v.  Zinner  ein
breites  etruskifches  Blätterdiadem  (ca.  3.  Jahrhundert  v.  Chr.).
Im  Jahre  1881  waren  mit  den  Perlenkronen  aus  der  Kirche  des  ehemaligen  Damenftiftes
  zu  Hall  in  Tirol  eine  Reihe  vorzüglicher  deutfcher  Schmuckftücke  aus  der  zweiten

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