Luther, und 1912 eine Wiener Monftranz mit prächtiger Treibarbeit aus dem Jahre
1845. Kleinere öfterreichifche Silberarbeiten aus dem 18. und 19. Jahrhundert werden
feit der genannten Ausheilung fortgefetjt angekauft.
Unter den größeren Objekten, die noch zu Goldfchmiedearbeiten gerechnet werden
mülfen, ragt ein in den erften Jahren des Mufeums erworbener mailändifcher Prunkhelm
des 16. Jahrhunderts und der dazugehörige Schild hervor; am Schild ift der
Raub der Helena, am Helm die Eroberung Trojas mit reicher Goldtaufchierung dargeftellt.
Zur Anlegung einer WafFenfammlung waren diefe beiden Stücke nicht beftimmt
und aus naheliegenden Gründen hat man das nie verfucht; fie füllten als Müllerftücke
von Treib- und Taufchierarbeit dienen. An verwandten Objekten kam 1892 ein
ungemein reich verziertes Jagdgewehr, franzöfifch, aus der Mitte des 18. Jahrhunderts,
dazu. Von Ankäufen taufchierter Eifenarbeiten find hervorzuheben: 1872 eine Renaiffanceka(fette,ein
gefchnittenesPlättchen mit einerHirfchjagd, 17. Jahrhundert; I9i2ein
Ständer für fpi^enklöppelähnliche Objekte mit Ornamenten in der Art des Johann
Schniefchek, um 1700. — Von kleinen Objekten feien hier angefchlolfen: eine ovale
filberne Platte, graviert und geätzt, mit der Darftellung Abigails vor David, figniert
Michel le Blon fecit, um 1600, aus der Sammlung Lanna; ein gleichartiges Stück, mit
Verfuchungen Chrifti durch den Teufel, figniert mit dem Monogramm wurde
1913 erworben.
Der Schmuckfammlung ift im Jahre 1863 als erftes Objekt ein indifches Silberarmband,
eine volkstümliche Arbeit, gewidmet worden. Die nächften Anfchaffungen
verraten einen feilen Zug; fie betreffen in den Jahren 1866—1871 fall durchwegs
antike Arbeiten, die durch Vermittlung Dr. Helbigs erworben werden konnten: zunächd
etruskifche Goldfchmiedearbeiten, ein Halsband, Ohrgehänge mit Genien,
eine Fibel aus Goldfiligran; einen helleniftifchen Ohrring mit Löwenkopf, eine altitalifche
Eifenfibel mit Goldfiligran aus Benevent, Fingerringe aus Cervetri. Im Anfchluß
an diefe Originale hat man eine Reihe von trefflichen Kopien von Caftellani
in Rom angekauft. 1868 ift eine große merowingifche Gürtelfchnalle, Eifen mit Silber
taufchiert, erworben worden, 1873 ein Armband mit Tierköpfen und Glaseinlagen
vom Ablauf, aus der Völkerwanderungszeit, 1874 zwei kleine fpätrömifche Goldfibeln
mit Glaseinlagen. Die antiken Arbeiten haben 1883 kleine Ergänzungen erfahren;
günftig war das Jahr 1884, das eine fpätrömifche Goldkette mit fchwarzen Steinen,
einen Anhänger in der Form einer Amphora, zwei Ohrgehänge und eine kleine römifche
Porträtbüfte aus Gold gebracht hat fowie als Spende des Herrn Ad. v. Zinner ein
breites etruskifches Blätterdiadem (ca. 3. Jahrhundert v. Chr.).
Im Jahre 1881 waren mit den Perlenkronen aus der Kirche des ehemaligen Damenftiftes
zu Hall in Tirol eine Reihe vorzüglicher deutfcher Schmuckftücke aus der zweiten
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