Emails befaß, erhielt 1871 einen repräfentativen Zuwachs durch eine große Schülfel;
im folgenden Jahrzehnt ift eine Kanne dazugekommen. Das nächlte Stück Venetianer
Emails, ein flafchenartiges Räuchergefäß, ift dann 1912 aus der Sammlung Lanna
erworben worden.
Die Siebzigerjahre waren für die Emailkollektion des Mufeums fehr günftig: neben
der fchönen Venetianer Kanne find zwei Schütteln mit Grubenfchmelz von Limoges
aus dem 12. Jahrhundert, zehn Täfelchen mit den Taten des Herkules und ein
Damenporträt in Limoges-Malerfchmelz angekauft worden, ferner drei kleine Schmelz
malereien aus dem Stift St. Florian. Frau v. Schwarz in Wien widmete eine romanifche
Grubenfchmelzplatte mit Kruzifix. 1878 erhielt die Sammlung eine fpätrömifche Email
fibel als Gefchenk des Fregattenarztes Dr. Schaffer, dann folgte eine längere Paufe
und erft am Ende der Achtzigerjahre wurden die Ankäufe lebhafter; zunächft find
kleine fpätrömifche Emailarbeiten zugewachfen, die auch in den nächften Jahren kleine
wertvolle Ergänzungen erfuhren. 1891 ift ein kleines Reliquienkäftchen mit einer Dar-
ftellung der Legende des heiligen Dionyfius und blauem Grubenfchmelz aus dem
12. Jahrhundert angekauft worden, die letzte Erwerbung für die kleine Kollektion
mittelalterlicher Emailarbeiten. Eine Schenkung Seiner Durchlaucht des Fürften Johann
von und zu Liechtenftein brachte 1892 zwei koftbare emaillierte Dofen mit Miniaturen
von Blarenberghe; fie gehören zu den erften Stücken unferer Dofenfammlung, die
in den folgenden Jahren verhältnismäßig rafch vermehrt wurde (hervorzuheben ift
hier eine Golddofe von Ouzille mit einem Emailbild von Degault, 1793). Mitlaufend
ift eine Reihe von emaillierten Uhren aus dem Ende des 18. und Anfang des 19. Jahr
hunderts erworben worden.
Eine wichtige Vermehrung brachte das Jahr 1905 durch die Erwerbung von Email
arbeiten der Altwiener Meifter J. Jünger und Chriftoph Jünger. 1910 erhielten wir aus
der Sammlung Lanna die fchon genannte venetianifche Flafche und zwei Augsburger
Plättchen, ln den beiden lebten Jahren hat die Sammlung eine prächtige Schale aus
dem Anfang des 18. Jahrhunderts, ein Augsburger Medaillon aus dem 17. Jahrhundert
und zwei kleine Jüngerfche Salzfchalen aus dem Ende des 18. Jahrhunderts als Zu
wachs erhalten.
Als erftes bedeutendes Stück der Zinnfammlung wurde 1867 eine große nord-
franzöfifche Schülfel mit reichem Randfchmuck von Kartufchen, Mascarons fowie phan-
taftifchen Figuren und mit einem Nabelftück, das Arion im Leierfpiel am Meeresftrand
vorftellt, erworben; in den folgenden Jahren eine vorzügliche kleine Trinkkanne mit
Plaketten (Szenen aus der Gefchichte des verlorenen Sohnes) nach H. S. Beham und ein
Deckelkrug mit geprägtem Ornament und der Infchrift Simon Schier 1654; ein Humpen,
datiert 1632, mit eingravierten Bildern (der Judaskuß, die Salbung Davids, Eva, die