ausgebaut waren, die Tätigkeit des Mufeums Itark in Anfpruch nahmen, fo machten
fich im Laufe der Jahre verfchiedene Gründe zur Einfchränkung und Unterbrechung
diefes Zweiges des Ausltellungswefens geltend. Öffentliche Inlfitute und Sammler, an
welche nach dem vom Ölterreichilchen Mufeum gegebenen Beifpiele vom Inlande
und Auslande immer öfter die Forderung, Leihgaben zur Verfügung zu [feilen, ge
richtet wurde, begannen dies als Lafl zu empfinden. Und anderfeits zeigte fich im
Hinblicke auf die unerhörte Ausbreitung des Sammeleifers in allen Kreifen und an-
gefichts des Auftchwunges von Althandel und Auktionswefen, daß große, von Mufeen
veranffaltete Leihausltellungen in fich felblt und durch ihre Kataloge und die daran
fich fchließenden Publikationen die im öffentlichen Intereffe betriebene Sammeltätig
keit unter Umltänden materiell erlchweren. Das Sammeln alter Kunlfwerke von Qualität
ilf eben heute für viele eine wohlüberlegte Kapitalsanlage, und damit muß gerechnet
werden. Der Staat zieht kulturell und volkswirtfchaftlich hieraus ja zweifellos Vorteil,
aber die Verteuerung der Antiquitäten ilf für die Mufeen eine ernlfe Gefahr.
Die Durchführung der von Rudolf v. Eitelberger gefchaffenen und von Jakob v. Falke
fortgefetjten Weihnachtsauslfellungen des heimlichen Kunltgewerbes wurde im Jahre
1890 dem Wiener Kunffgewerbevereine übertragen und vom Jahre 1897 an durch die
Winterauslfellungen erfe^t, die bis 1904 jährlich, dann im Jahre 1906 veranlfaltet und
von 1909 angefangen als Herblf- und Winterauslfellung der heimifchen Kunlfgewerbe
wieder regelmäßig im großen Stile durchgeführt worden find. Dem befonderen Anlalfe
der Tagung des Deutlchen Werkbundes in Wien (1912) entfprechend, wurde eine Früh-
jahrsauslfellung der heimifchen Kunlfgewerbe veranlfaltet und hiebei der Ausltellungs-
garten unter Mitwirkung der Kommune Wien gefchaffen und mit Architekturen aus-
gelfattet. Gehört die Itändige Verbindung des Mufeums mit dem lebenden heimifchen
Kunlthandwerk zu feinen durch das Statut von 1864 und in noch viel präziferer Form
durch das Statut von 1898 vorgezeichneten dringendlten Pflichten, fo darf wohl aus-
gefprochen werden, daß die Erfüllung diefer Aufgabe Ifets fehr ernlt genommen worden
ilf und daß weite Kreife der kunlthandwerklich Schaffenden Ölferreichs hieraus die
größten Vorteile gezogen haben. Man könnte eine lange Litte von Hamen auffet$en,
deren Träger ihre Entwicklung zu hoher Stufe des Könnens, zu Popularität und Wohl-
Itand vor allem dem Zufammenwirken mit dem Mufeum und ihrer treuen, opfer
willigen Teilnahme an deffen Auslfellungen zu verdanken haben. Hiedurch ilf das
Inlfitut zu einem wichtigen Faktor im Wirtfchaftsleben des Staates geworden.
Im weiteren und engeren Sinne haben diefer Aufgabe der Erziehung, Aufklärung,
künltlerifchen, technifchen und wirtfchaftlichen Förderung weiter Kreife zahlreiche
Spezialausltellungen gedient, welche im lebten Vierteljahrhundert veranlfaltet worden
find. Vor allem find hier die zahlreichen, bis vor nicht langer Zeit alle zwei Jahre durch-
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