durch Vorträge und Ausheilungen, fo durch wiederholte Vorführung von Plänen und
Entwürfen für Gartenhädte. jede unterer modernen Kunhgewerbeaushellungen und
der hete Verkehr mit Kunhhandwerkern und der heranwachfenden Generation entwerfender
Kräfte brachte uns dank der hochfinnigen, weitblickenden Unterhüf^ung
Seiner k. u. k. Apoholifchen Majehät Oberhhofmeiheramtes fowie feitens des Kuratoriums
in die Lage, aus den Mitteln des Hoftiteltaxfonds Aufträge zu erteilen, Reifettipendien
zu gewähren, die Errichtung von Werkhätten und Ateliers und die Bildung von
Genolfenlchaften zu ermöglichen, wodurch nicht nur in Wien, fondern auch in den
Kronländern viel Segen gehiftet, die Hervorbringung guter Arbeit gefördert und der
Auswanderung trefflicher Kräfte geheuert worden ih. ln diefem Zufammenhang unterhütjten
wir aber auch die verwandten Behrebungen der Kronlandsmufeen und von
wirtlchaftlichen Korporationen und Vereinen und ließen uns vor allem auch die Unterhütjung
aller auf die Erhaltung der volkskünhlerilchen Arbeit gerichteten Behrebungen
angelegen fein. Unter diefem Gefichtspunkte wurden die bereits erwähnten Ausheilungen
der heimifchen Hausinduhrie veranhaltet und Ichon im jahre 1896 und
dann 1905 dem Mufeum für öherreichilche Volkskunh, delTen Begründung und aufheigende
Entwicklung wir mit Freude begrüßen, die Veranhaltung denkwürdiger Ausheilungen
feiner durch die unermüdliche Arbeit des Direktors Dr. M. Haberlandt
zufammengebrachten reichen Schäle ermöglicht.
Künhler, künhlerifche Korporationen und Amateure haben von jeher das Öfterreichifche
Mufeum mit Recht als die Stätte betrachtet, welche ihren Behrebungen,
fo vornehmlich bei Austragung von Konkurrenzen und zum Zwecke der Popularifierung
ihrer Abfichten, dienftwillig Förderung angedeihen lalfe. So galt es durch viele jahre
faft als Regel, daß Denkmalkonkurrenzen mit ihren oft langwierigen, manchmal ftürmifchen,
nicht immer erfolgreichen juryberatungen im Mufeum am Stubenring ausgetragen
wurden, fo zulefcjt die Bauernfeld-Grabmal-, die Mozart-, die Gutenbergund
die Kaiferin-Elifabeth-Denkmal-Konkurrenz (1903). Auch die große Konkurrenz
für die Kaifer-Jubiläumskirche wurde hier durchgeführt (1899). Mit warmem Interehe
pflegten und förderten wir die Heubelebung der Medaillen- und Plakettenkunft und
boten 1899 willig die Hand zur Veranhaltung einer großen internationalen Ausheilung
diefer Art. Die graphifchen Künfte, alte und neue, gehörten immer zu jenen Zweigen
des künftlerifchen Schaffens, denen das Öfterreichifche Mufeum befondere Aufmerkfamkeit
gewidmet hat; mit der Gefellfchaft für vervielfältigende Kunft feit deren Neuaufbau
vor mehr als 40 Jahren nahe verbunden, veranftaltete es 1894 eine große Ausheilung
in den Räumen des Mufeums, wiederholt führten wir im Vereine mit der
Firma Artaria neue Kunftblätter vor, wir gewährten den Berufsphotographen, den
hervorragenden heimifchen photomechanifchen Kunftanftalten und den Amateurver-42