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MAK

Full text : Das Kaiserlich Königliche Österreichische Museum für Kunst und Industrie, 1864 - 1914

DIE  KERAMISCHE  UND  GLASSAMMLUNG ­

E INEN  guten  Überblick  über  die  Entwicklung  der  unglafierten  und
glafierten  Tonarbeiten  fowie  über  die  des  Porzellans  gewährt  in
ihrer  heutigen  Aufhellung  die  keramifche  Sammlung  des  Mufeums.
Die  ganze  Sammlung  umfaßt  rund  6200  Objekte,  doch  ift  vieles,
was  dem  Augenblick  gedient  hat,  namentlich  eine  große  Zahl
moderner  Erzeugnilfe,  im  Laufe  der  Jahre  ausgelchieden  und  im
Depot  verwahrt  worden.
Die  erfte  Erwerbung  erfolgte  im  Jahre  1863  durch  den  Kurator  des  Öfterreichifchen
Mufeums  Herrn  v.  Friedland,  der  noch  vor  Eröffnung  des  Inftitutes  eine  größere  Anzahl
von  Fayencen,  befonders  folche  des  17.  und  18.  Jahrhunderts  aus  Nevers,  Rouen,
Moultiers,  Sceaux,  Marfeille  und  Straßburg,  unter  Intervention  des  Herrn  Darcel  erworben, ­
  dem  Mufeum  gewidmet  und  fo  den  Grund  zu  einer  kleinen  Kollektion  gelegt
hat,  die  erd  1891  durch  den  anläßlich  der  Nolletlchen  Verweigerung  in  Paris  erfolgten
Ankauf  mehrerer  PalilfylchülTeln  eine  willkommene  Bereicherung  erfuhr.  Mit  Hilfe  des
Herrn  Friedland  wurde  auch  1865  die  erfte  größere  Folge  antiker  Tongefäße,  250  Stück,
aus  der  Sammlung  Caftellani  in  Rom  angekauft.  Sie  bildet  den  Grundftock  unferes
Belizes  an  antiken  Vafen  und  umfaßt  die  Hauptftücke  der  Sammlung.  Es  lind  die  ErgebnifTe
  der  zu  Beginn  der  Sechzigerjahre  beendeten  Ausgrabungen  von  Caere,
unter  denen  Heinrich  v.  Brunn  das  Befte  für  das  Mufeum  ausgewählt  hatte.  Die
Vafen  repräfentieren  alle  in  Südetrurien  vorkommenden  Formen  und  Stilarten.  Eine
weitere  Erwerbung  aus  der  Sammlung  des  Barons  v.  Koller  gab  eine  erwünlchte
Vermehrung.  Im  Jahre  1868  kam  das  Mufeum  in  den  Befi§  interelfanter  Funde  aus
einem  Grabe  in  Canolfa,  vier  Jahre  fpäter  gelang  eine  bedeutende  Vermehrung  durch
eine  Kollektion  römilcher  Gefäße  aus  rotem  Ton  mit  Reliefornamenten.  Im  Jahre  1873
kam  die  erfte  Tanagrafigur,  eine  der  befterhaltenen,  die  gefunden  wurden,  eine
weibliche  Statuette  mit  deutlich  erkennbarer  Bemalung,  in  den  Befi§  des  Mufeums.
Herr  A.  Reichmann  in  Mailand  Ichenkte  im  darauffolgenden  Jahre  dem  Mufeum  eine
Serie  antiker  Tongefäße  und  Figuren,  zum  großen  Teil  aus  Sardinien  dämmend,  und
vergrößerte  diefe  Kollektion  bald  darauf  durch  weitere  Schenkungen.
Durch  Vermittlung  des  Herrn  Hofrates  v.  Scherzer  erwarb  das  Mufeum  im
Jahre  1874  kleinaliatilche  Gefäße  und  Figuren,  insbefondere  aber  drei  griechilche
Tongefäße  aus  Korinth  mit  Goldverzierung.  Eine  weitere  Serie  von  191  Stücken,

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