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MAK

Full text : Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen

MODERNER  STADTANLAGEN.

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Fig.  80.

keine  Plätze,  sondern  nur  Zwickelreste  leeren  Raumes,
welche  beim  Zusammenschneiden  der  rechtwinkligen  Baublöcke ­
  übrigblieben.  Betrachtet  man  dabei  noch  die  vielen
breiten  und  möglichst  ungünstigen  Straßenmündungen,  so  begreift ­
  man  sofort,  daß  auf  einen  solchen  Platz  die  Aufstellung
eines  Monumentes  ebenso  unmöglich  ist,  wie  die  Geltendmachung ­
  eines  Gebäudes.  Ein  solcher  Platz  ist  ebenso  unerträglich ­
  wie  ein  dreieckiges  Zimmer.
Eines  muß  hiebei  noch  näher  erörtert  werden.  Es  wurde
schon  der  Unregelmäßigkeit  alter  Plätze  ein  eigener  Absatz
gewidmet  und  dabei  ihre  Unschädlichkeit  nachgewiesen.  Es
könnte  nun  scheinen,  als  ob  dies  auch
hier  gelte.  Dem  ist  nicht  so,  denn
zwischen  beiden  Arten  von  Unregelmäßigkeit ­
  besteht  der  ausschlaggebendeUnterschied,
  daß  die  in  Fig.  78
bis  80  auftretende  Unregelmäßigkeit
zuverlässig  und  sofort  vom  Auge  wahrgenommen ­
  wird  und  um  so  peinlicher
auffällt,  je  regulärer  die  anstoßenden
Häuserfronten  und  nächsten  Stadtteile
formiert  sind,  während  die  früher  erörterten ­
  Unregelmäßigkeiten  solche
waren,  über  welche  das  Auge  sich  täuschen  konnte,  welche
zwar  am  Reißbrett  im  Stadtplan  sofort  auffallen,  aber  nicht
in  Wirklichkeit.  Etwas  ähnliches  kommt  auch  bei  den  Bauwerken ­
  der  Alten  vor.  An  romanischen  und  gotischen  Kirchengrundrissen ­
  findet  sich  kaum  hie  und  da  einmal  zufällig  ein
rechter  Winkel  zwischen  den  Achsen,  weil  das  die  Alten  nicht

scharf  genug  zu  visieren  vermochten.  Das  schadet  auch  gar
nicht,  weil  es  eben  nicht  bemerkt  wird.  In  ähnlicher  Weise
finden  sich  große  Unregelmäßigkeiten  in  den  Grundrissen
antiker  Tempelbauten  in  bezug  auf  Entfernung  der  Säulenmittel ­
  etc.  Das  alles  merkt  man  erst  bei  scharfer  Messung,
aber  nicht  mit  freiem  Auge  und  daher  wurde  wenig  Gewicht ­
  darauf  gelegt,  indem  man  auf  Wirkung  baute  und
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