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MAK

Full text : Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen

IX.
MODERNE  SYSTEME.

M oderne  Systeme!  —  Jawohl!  Streng  systematisch  alles
anzufassen  und  nicht  um  Haaresbreite  von  der  einmal
aufgestellten  Schablone  abzuweichen,  bis  der  Genius  totgequält ­
  und  alle  lebensfreudige  Empfindung  im  System  erstickt ­
  ist,  das  ist  das  Zeichen  unserer  Zeit.  Wir  besitzen
drei  Hauptsysteme  des  Städtebaues  und  noch  etliche  Unterarten. ­
  Die  Hauptsysteme  sind:  das  Rechteck  System,  das
Radialsystem  und  das  Dreiecksystem.  Die  Unterarten
sind  meist  Bastarde  dieser  drei.  Vom  künstlerischen  Standpunkte ­
  aus  geht  uns  die  ganze  Sippe  gar  nichts  an,  in  deren
Adern  nicht  ein  einziger  Blutstropfen  von  Kunst  mehr  enthalten ­
  ist.  Das  Ziel,  welches  bei  allen  dreien  ausschließlich
ins  Auge  gefaßt  wird,  ist  die  Regulierung  des  Straßennetzes. ­
  Die  Absicht  ist  daher  von  vornherein  eine  rein
technische.  Ein  Straßennetz  dient  immer  nur  der  Kommunikation, ­
  niemals  der  Kunst,  weil  es  niemals  sinnlich  aufgefaßt, ­
  niemals  überschaut  werden  kann,  außer  am  Plan.  Daher
konnte  in  allen  bisherigen  Erörterungen  auch  von  Straßennetzen ­
  nicht  die  Rede  sein;  weder  von  dem  des  alten  Athen
oder  Rom  noch  von  dem  Straßennetz  Nürnbergs  oder
Venedigs.  Das  ist  eben  künstlerisch  gleichgültig,  weil  unauffaßbar.
  Künstlerisch  wichtig  ist  nur  dasjenige,  was  überschaut, ­
  was  gesehen  werden  kann;  also  die  einzelne  Straße,
der  einzelne  Platz.
Aus  dieser  einfachen  Erwägung  geht  hervor,  daß  unter
gewissen  Bedingungen  alle  künstlerischen  Wirkungen  mit
            
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