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Full text: Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen

MODERNE SYSTEME. 
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Traditionen des Städtebaues als null und nichtig' in den Wind 
schlagen zu dürfen. 
Die Erwähnung noch eines wichtigen Motives moderner 
Anlagen sei aber an dieser Stelle noch gestattet. Es sind 
damit die Alleen und Gärten gemeint. Ohne allen Zweifel 
enthalten diese einen’wichtigen hygienischen Faktor. Ebenso 
unbestritten ist der Reiz landschaftlicher Schönheiten in 
mitten einer großen Stadt und die unter Umständen vor 
treffliche Kontrastwirkung von Baumgruppen und Archi 
tekturen. Es fragt sich aber, ob auch das wieder am rechten 
Fleck angewendet wird. Vom rein hygienischen Standpunkt 
scheint die Antwort sehr leicht. Je mehr Grünes, desto 
besser, damit ist alles gesagt. Nicht so vom künstlerischen 
Standpunkt, denn da handelt es sich noch vielmehr darum, 
wo und wie das Grüne angewendet wird. Die häufigste und 
glücklichste Anwendung findet es in den eigenen Villen 
vierteln moderner Städte, wie in dem mit Recht berühmten 
Villengürtel von Frankfurt a. M., der Cottageanlage zu 
Währing in Wien; ähnlichen Angliederungen an die alte 
Stadt zu Dresden und anderwärts; sowie den obligaten 
Villenvierteln aller Kurorte: Wiesbaden, Nizza etc. 
Je mehr sich die Landschaftsmotive aber dem Zentrum 
einer großen Stadt nähern, besonders den mächtigen Monu 
mentalbauten, desto schwieriger wird es, eine allgemein 
befriedigende, auch künstlerisch tadelfreie Lösung zu finden. 
So wie die modern naturalistische Landschaftsmalerei für 
monumentale Zwecke sich nicht eignet, z. B. für Hinter 
gründe großer mythologischer oder religiöser Darstellungen, 
für Monumentalbauten oder Kirchen, weil da notwendiger 
weise ein unangenehm berührender Stilkonflikt zwischen 
Realismus und Idealismus entsteht, der sich durch noch so 
geschickte Mache nicht beheben läßt, geradeso ruft das 
Vordringen des englischen Parks bis zu den monumentalen 
Hauptplätzen einer Stadt einen Konflikt hervor zwischen 
den Grundsätzen und Wirkungen des Naturalismus und der 
stilistischen Monumentalität. Nur das Gefühl dieses Kon-
	        
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