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Full text : Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen

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MODERNE  SYSTEME.

fliktes  und  die  Absicht,  ihn  zu  beseitigen,  waren  die  treibenden ­
  Kräfte,  welche  den  barocken  Park  mit  seinen  beschnittenen ­
  Bäumen  hervorrufen;  aber  auch  diese  bereits
architektonisch  gemaßregelte  Natur  wurde  von  den  Alten
hauptsächlich  nur  bei  Schloßbauten  verwendet;  die  großen
monumentalen  Hauptplätze  des  Altertums,  Mittelalters  und
der  Renaissance  sind  ausschließlich  Mittelpunkte  der  großen
bildenden  Kunst,  vorwiegend  der  Architektur  und  Plastik.
Wie  störend  vor  solchen  Werken  die  Anpflanzung  von
Baumen,  besonders  der  dürftigen  kranken  Ringstraßenalleen
ist,  kann  man  jeder  Photographie  derselben  entnehmen.
Alle  zeigen  uns  Winteraufnahmen,  damit  das  kostbare  Bauwerk ­
  wenigstens  zwischen  den  blattlosen  Zweigen  hindurch
notdürftig  zur  Erscheinung  kommt;  häufig  wird  aber  der
Photographie  eine  zeichnerische  Darstellung  vorgezogen,
damit  auf  derselben  die  störenden  Bäume  ganz  wegbleiben
können.  Sollten  sie  da  aus  demselben  Grunde  nicht  lieber
auch  in  Wirklichkeit  wegbleiben?  Was  bedeutet  denn  ein
freier  Platz  als  Visurraum  nocli,  wenn  er  mit  Laubwerk
verstopft  ist?
Daraus  folgt  die  Regel,  daß  Bäume  kein  Visurhindernis
sein  sollten,  und  diese  Regel  erzwingt  sich  ganz  von  selbst
wieder  das  Zurückgreifen  auf  das  barocke  Muster.
Eine  durchgängige  Befolgung  dieser  rein  künstlerischen
Forderung  ist  unmöglich,  denn  sie  würde  beim  modernen
Stadtbau  mit  der  Vernichtung  fast  aller  Baumpflanzungen
enden.  Geradeso  wie  für  Monumente  haben  wir  keinen
rechten  Platz  für  Bäume.  Die  Ursache  des  Übels  ist  in
beiden  Fällen  die  gleiche,  nämlich  der  moderne  Häuserblock. ­
  Es  ist  oft  geradezu  erstaunlich,  wie  viele  herzerfreuende
kleine  Gärten  man  in  alten  Städten  im  Innern  der  Hausparzellen ­
  findet,  von  deren  Bestand  man  vor  dem  Betreten
der  Höfe  und  Hintertrakte  keine  Ahnung  hatte.  Welch  ein
Unterschied  zwischen  diesen  kleinen  Hausgärten  und  den
meisten  unserer  öffentlichen  Anlagen!  Der  alte  Hausgarten,
gewöhnlich  noch  von  mehreren  anstoßenden  Gärten  be-
            
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