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Full text : Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen

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MODERNE  SYSTEME.

um  ihrer  selbst  willen  vor  allem  nicht  offen  an  der  Straße
liegen  dürften  ?  Überall,  wo  ehemalige  zu  Palästen  gehörende
Privatgärten  der  öffentlichen  Nutznießung  übergeben  wurden,
kann  man  sich  überzeugen,  daß  solche  vom  Straßenverkehr
abgelegene  Gärten  auch  bei  kleinerem  Umfange  ihren
hygienischen  Zweck  voll  und  ganz  erfüllen  und  daß  hier
auch  der  Pflanzenwuchs  gedeiht.  Bezeichnend  für  den
geringen  Nutzen  zerstreuter  offener  Straßenpflanzungen,
besonders  von  kümmerlich  gedeihenden  Alleen,  ist  gewiß
der  Umstand,  daß  sich  selbst  an  heißen  Sommertagen
der  Korso  meist  nicht  in  der  Allee,  sondern  am  Trottoir
der  Ringstraßen,  Avenuen  etc.  bewegt.  Der  Hauptwert
dürfte  da  in  der  Bespritzung  der  Blätterkronen  liegen,
welche  bei  großer  Hitze  förmlich  als  Verdunstungs-  und
sonach  Abkühlungsapparate  anzusehen  wären.  Immerhin
mag  auch  dieser  kleine  Nutzen  groß  genug  sein,  um  Straßenpflanzungen ­
  zu  veranlassen,  wo  immer  sie  durchführbar
sind;  vor  monumentalen  Gebäuden  sollte  die  Baumreihe
aber  unterbrochen  werden,  denn  hier  ist  zweifellos  der
ästhetische  Nachteil  viel  bedeutender  als  der  geringe  hygienische ­
  Nutzen.  Hier  wäre  zwischen  zwei  Übeln  das  kleinere
zu  wählen  und  die  Baumreihe  abzubrechen.
Der  Zwiespalt  zwischen  alter  und  neuer  Methode  auch
im  Gebiete  der  Gartenkunst  ermöglicht  es  nunmehr,  alles
in  eins  zusammenzufassen.  Folgend  der  historischen  Entwicklung ­
  aus  der  ursprünglichen  unzerschnittenen  Straßenlinie, ­
  wie  noch  heute  bei  Dörfern,  bleibt  bei  alten  Städten
die  Geschlossenheit  der  Räume  und  Wirkungen  der  Ausgangspunkt ­
  aller  Anordnungen.  Die  moderne  Anlage  folgt
dem  entgegengesetzten  Streben  des  Zerschneidens  in  einzelne
Blöcke:  Häuserblock,  Platzblock,  Gartenblock,  jeder  ringsherum ­
  von  Straßenfluchten  begrenzt.  Daher  auch  dieser
allgewaltige  Zug  der  Gewohnheit:  alle  Monumente  in  der
Mitte  eines  leeren  Raumes  sehen  zu  wollen.  Es  ist  System
in  dieser  Verkehrtheit.  Das  Ideal  solcher  Anlagen  ließe
sich  mathematisch  definieren  als  das  Streben  nach  einem
            
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