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Full text: Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen

DIE GRENZEN DER KUNST ETC. 
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werke wandern von den Straßen und Plätzen immer mehr 
und mehr in die Kunstkäfige der Museen, und ebenso 
verschwindet das künstlerische Getriebe der Volksfeste, 
Faschingszüge, sonstiger Umzüge, kirchlicher Prozessionen, 
der theatralischen Aufführungen auf offenem Markt u. dgl. 
mehr. Das Volksleben zieht sich seit Jahrhunderten stetig, 
hauptsächlich aber in neuester Zeit, von den öffentlichen 
Plätzen zurück, wodurch ein gut Teil ihrer einstigen Be 
deutung verlorenging und es so beinahe begreiflich wird, 
warum das Verständnis für schöne Platzanlagen in der 
großen Menge bereits so arg verschrumpfen konnte. Das 
Leben der Alten war eben der künstlerischen Durchbildung 
des Städtebaues entschieden günstiger als unser mathe 
matisch abgezirkeltes modernes Leben, in dem der Mensch 
förmlich selbst zur Maschine wird, und nicht nur im großen 
ganzen ist der Standpunkt verschoben worden, sondern 
auch im Detail fordern die veränderten Zeitverhältnisse 
gebieterisch manche Änderung. Vor allem sind es da die 
Riesendimensionen, zu denen unsere Großstädte anwachsen, 
welche den Rahmen alter Kunstformen an allen Ecken 
zersprengen. Je größer die Stadt, desto größer und breiter 
werden Plätze und Straßen, desto höher und umfangreicher 
alle Gebäude, bis deren Dimensionen mit den zahlreichen 
Stockwerken und unabsehbaren Fensterreihen kaum mehr 
künstlerisch wirksam gegliedert werden können. Alles dehnt 
sich ins Maßlose und die ewige Wiederholung derselben 
Motive allein schon stumpft die Empfänglichkeit so ab, daß 
nur ganz besondere Krafteffekte noch einige Wirkung zu 
erzielen vermögen. Auch das läßt sich nicht ändern und 
der Städtebauer muß wie der Architekt sich für die mo 
derne Millionenstadt seinen eigenen Maßstab zurechtlegen. 
Bei so kolossaler Häufung der Menschen an einem Punkt 
steigt aber auch der Wert des Baugrundes ungemein und 
liegt es gar nicht in der Macht des einzelnen oder der 
kommunalen Verwaltung, sich der natürlichen Wirkung 
dieser Wertsteigerung zu entziehen, weshalb allenthalben
	        
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