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MAK

Full text : Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen

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DIE  GRENZEN  DER  KUNST

Koeffizienten  hervorgeht.  Wie  vieles  muß  da  im  Detail  zum
Wohle  aller  Stadtbewohner  verbessert  worden  sein,  wenn
■solche  Enderfolge  ausgewiesen  werden  können!  Dies  alles
gerne  zugegeben,  bleibt  dennoch  die  Frage  bestehen,  ob
es  denn  wirklich  unvermeidlich  sei,  diese  Vorteile  um  den
ungeheueren  Preis  des  Aufgebens  aller  künstlerischen
Schönheit  städtischer  Anlagen  zu  erkaufen?
Der  innere  Widerstreit  zwischen  dem  Malerischen  und
Praktischen  kann  nicht  weggeredet  werden;  er  besteht
und  wird  immer  bestehen  als  ein  in  der  Natur  der  Sache
selbst  Gegebenes.  Dieser  innere  Kampf  zweier  entgegengesetzter ­
  Anforderungen  kennzeichnet  aber  nicht  bloß  den
Städtebau  allein,  er  ist  allen  Künsten,  auch  den  scheinbar
freiesten,  zugesellt,  zum  mindesten  als  Konflikt  zwischen
ihren  idealen  Zielen  und  den  beschränkenden  Bedingungen
des  Materiales,  in  welchem  das  Kunstwerk  zur  Erscheinung
gebracht  werden  soll.  Ein  hievon  losgelöstes  Kunstwerk
kann  vielleicht  abstrakt  vorgestellt,  aber  niemals  sinnlich
verwirklicht  werden.  Überall  tritt  dem  praktischen  Künstler
die  Notwendigkeit  entgegen,  nur  innerhalb  der  Grenzen
des  technisch  Möglichen  seine  Ideen  zu  verkörpern.  Daß
diese  Grenzen  engere  oder  weitere  sind,  je  nach  den
technischen  Hilfsmitteln,  je  nach  dem  verschiedenen  idealen
Streben  und  praktischen  Anforderungen  einer  bestimmten
Zeit,  wird  niemand  in  Abrede  stellen,  der  die  Geschichte
der  Künste  näher  betrachtet  hat.
Auf  dem  Gebiete  des  Städtebaues  sind  nun  gegenwärtig ­
  die  Grenzen  für  künstlerische  Ausgestaltung  aller
dings  sehr  enge  geworden.  An  ein  so  hohes  Kunstwerk
■des  Städtebaues,  wie  es  die  Akropolis  von  Athen  darstellte, ­
  kann  heute  schlechterdings  gar  nicht  gedacht
werden.  Derlei  ist  für  uns  momentan  ein  Ding  der  Unmöglichkeit. ­
  Selbst  wenn  die  Millionen  gewährt  würden,
welche  ein  solches  Werk  kosten  würde,  wäre  es  unmöglich, ­
  derartiges  zu  schaffen,  weil  uns  eine  künstlerische
Grundidee  hiezu  fehlt,  weil  uns  eine  allgemein  gültige,  in  der
            
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