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Full text : Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen

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DIE  GRENZEN  DER  KUNST  ETC.

schließen  können,  ohne  in  unfruchtbare  Phantasterei  zu
verfallen.  Die  herrlichen  Musterleistung-en  der  alten  Meister
müssen  bei  uns  in  anderer  Weise  lebendig  bleiben  als
durch  gedankenloses  Kopieren;  nur  wenn  wir  prüfen,
worin  das  Wesentliche  dieser  Leistungen  besteht  und  wenn
es  uns  gelingt,  das  bedeutungsvoll  auch  auf  moderne  Verhältnisse ­
  anzuwenden,  kann  es  gelingen,  dem  scheinbar
unfruchtbar  gewordenen  Boden  eine  neue  blühende  Saat
abzugewinnen.
Dieser  Versuch  sollte  trotz  aller  Hindernisse  nicht
gescheut  werden.  Selbst  der  Verzicht  auf  zahlreiche
malerische  Schönheiten  und  die  weitestgehende  Rücksichtnahme ­
  auf  die  Forderungen  des  neueren  Bauwesens,  der
Hygiene  und  des  Verkehres  sollten  nicht  soweit  entmutigen, ­
  daß  die  künstlerische  Lösung  einfach  aufgegeben
wird  und  man  sich  mit  einer  bloß  technischen  begnügt,
wie  bei  dem  Bau  einer  Landstraße  oder  einer  Maschine
denn  die  erhebenden  Eindrücke,  welche  künstlerische
Formvollendung  unablässig  ausStrömt,  können  auch  in
unserem  vielgeschäftigen  Alltagsleben  nicht  entbehrt
werden.  Man  sollte  meinen,  daß  gerade  bei  Städteanlagen
die  Kunst  voll  und  ganz  am  Platze  sei,  denn  dieses  Kunstwerk ­
  ist  es  vor  allem,  das  bildend  auf  die  große  Menge
der  Bevölkerung  täglich  und  stündlich  einwirkt,  während
Theater  und  Konzerte  doch  nur  den  bemittelteren  Klassen
zugänglich  sind.  Gerade  die  Verwaltungen  der  öffentlichen
Stadtangelegenheiten  sollten  auch  dieser  Frage  ihr  Augenmerk ­
  zuwenden,  und  so  dürfte  denn  auch  der  Nachweis
wünschenswert  sein,  wie  weit  es  möglich  wäre,  die  Grundsätze ­
  der  Alten  mit  den  modernen  Forderungen  in  Einklang ­
  zu  bringen,  welcher  Untersuchung  noch  die  folgenden
letzten  Abschnitte  gewidmet  sein  sollen.
            
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