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Full text: Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen

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. SCHLUSS. 
so bleibt wieder nur die Prinzipienfrage über, ob eine der 
artige Anlage allgemein Anklang fände oder nicht. 
Für den Laien mag das eine schwere Entscheidung 
sein, hier eine Wahl zu treffen, denn wenn das Experiment 
mit der Verbauung mißglückte, dann käme dies tatsächlich 
einem großen Unglücke gleich, weil man die aufgeführten 
Bauten dann stehen lassen müßte. Auch dafür ließe sich 
Rat schaffen und soll auch dieser hier noch kurz ausge 
sprochen sein, nicht aus Hang zum Bauen von Luftschlössern, 
sondern weil der hier vorzuschlagende Vorgang tatsächlich 
ausführbar ist und nicht nur hier, sondern auch anderwärts 
befolgt werden könnte. Man könnte nämlich einmal ge 
legentlich z. B. das projektierte Atrium vor der Votivkirche 
als Ausstellungsplatz zu einer für die Nähe der Kirche 
natürlich nicht an sich etwa unschicklichen Ausstellung be 
nützen und bei dieser Gelegenheit die provisorischen Aus- 
xtellungsgebäude aus Brettern und Tünche so zusammen 
bauen, daß sie zugleich ein naturgetreues Modell der ge 
planten Verbauung darstellen. Da würde jedermann, auch 
der Laie, die Wirkung beurteilen können und die öffent 
liche Meinung wäre sicher in die Lage gesetzt, zu ent 
scheiden, ob nach diesem Modell eine definitive Verbauung 
in Angriff zu nehmen sei oder nicht. Der Fachmann freilich 
kann die Richtigkeit dieses Projektes schon aus dem Plane 
heraus garantieren. 
Unter allen Umständen dürfte weder hier noch bei 
der teilweisen Verbauung des Rathausplatzes die Baupar 
zelle zur freien Verfügung des Erstehers übergeben werden. 
Das müßte von vornherein alles verderben, denn da würden 
sicher wieder die einzelnen Baukünstler mit ihren Fassaden 
sich gegenseitig überbieten wollen. In diesem Falle müßten 
alle Pläne für sämtliche Bauten schon früher so fertig 
gestellt werden, daß der gewünschte harmonische Gesamt- 
effekt erzielt wird und alles sich der Wirkung des Haupt 
gebäudes unterordnet. An der Parzelle müßte die Verpflich 
tung haften, den gegebenen Plan ohne wesentliche äußere
	        
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