ANHANG.
GROSSSTADTGRÜN.
U nsere Vorfahren waren seit undenklichen Zeiten Waldmenschen;
wir sind Häuserblockmenschen. Daraus
allein schon erklärt sich der unwiderstehliche Naturtrieb
des Großstadtbewohners hinaus ins Freie, aus der Staubmühle
des Häusermeeres ins Grüne der freien Natur. Daraus
erklärt sich, daß dem naturhungernden Stadtmenschen jeder
Baum, jeder kleinste Grasfleck, jeder Blumentopf heilig ist,
und dieser allgemeinen Volksempfindung nach dürfte nicht
ein Strauch einer sonst noch so nötigen Stadtbebauung geopfert
werden, sondern müßte im Gegenteil möglichst viel
Grünes zu dem alten Bestand noch dazugepflanzt werden.
Dieser Volksstimmung entspricht die Gründung zahlreicher
Vereine zur Pflege der Gartenanlagen in großen
Städten, von Gesellschaften zur Pflege der Blumenzucht,
die allgemeine Teilnahme an Vorträgen über diesen Gegenstand
und an den zahlreichen geradezu volkstümlichen
Blumenausstellungen.
In Frankfurt a. M. bildete sich anfangs der Neunzigerjahre
ein Verein zur Verschönerung der Stadtansichten,
und dieser trat alsbald vor die Öffentlichkeit mit der Ausschreibung
eines Wettbewerbes für die »Schmückung von
Baikonen durch Blumen«. Dieser Wettbewerb wurde schon
1895 wiederholt und vielfach anderwärts nachgeahmt, ja
sogar durch Unterteilung der Fragestellung im Wettbewerbe
für Blumenkörbe für Wohnhausfenster u. dgl. m.