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Full text: Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen

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ANHANG. 
vermannigfacht. Was Hamburg in diesem Sinne Bedeuten 
des geleistet hat, ist weithin anerkannt, und diesbezüglich 
kann auf die lebendig anregende Schrift von Lichtwark: 
j>Blumenkultus 1897«, verwiesen werden. 
Was aber Blumenzier für das Äußere und Innere des 
Hauses, das sind Gärten, Baumgruppen und Strauchwerk 
für die Stadt, und wenn die Vorstadt St. Gilles von Brüssel 
einen Preis ausschrieb für die schönste Villa ihres Villen 
viertels, um so den Ehrgeiz der Bauherren aufzustacheln, 
warum soll nicht einmal auch ein Preis für den schönsten 
Vorgarten einer Straße oder eines Stadtteiles ausgeschrieben 
werden zu dem gleichen Zweck? Eine hervorragende Be 
sonderheit sind da z. B. die herrlichen Rosenzüchtungen der 
Kurstadt Baden bei Wien in ihren Vorgärten. Alles das 
wirkt nicht nur gesundheitlich bessernd ein, sondern muß 
ganz besonders vom künstlerischen Standpunkte aus hoch 
gehalten werden. Nimmt man einem Empfangssaal, einem 
Treppenhause seinen Blumenschmuck, so nimmt man unter 
einem auch der Architektur, der Wandmalerei, selbst den 
Teppichen und Möbeln éinen guten Teil ihrer Wirkung; der 
Gesamteffekt wird trocken, einförmig, weil die wohltuende 
Wirkung des Gegensatzes von strenger Kunstform zur 
freien Naturform verlorengegangen ist. So auch im großen 
bei den Stadtbildern schöner Plätze, hervorragender Straßen. 
Deshalb versäumen ja auch Architekten selten auf ihren 
Perspektivbildern von Monumentalbauten Baum-und Strauch 
werk anzubringen und bei Kunst- und Industrieausstellungen 
ist es bereits allgemein üblich, zur Ausschmückung der 
Ausstellungsräume den Ziergärtner ausgiebig in Anspruch 
zu nehmen. 
Nur im Vorbeigehen sei noch eines anderen wichtigen 
Bestandteiles der natürlichen Landschaft Erwähnung getan, 
den der Städtebauer gleichfalls nicht entbehren kann, um 
seine Stadtbilder zu beleben, um die Bewohner dieser ge 
häuften Häusermassen über das Erdrückende dieser un 
natürlichen Einförmigkeit angenehm hinwegzutäuschen: des
	        
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